SoSe 2018

Projektwoche Graphic Novels

Eines der vier großen Felder des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts ist nach Haas, Menzel und Spinner die visuelle Gestaltung. (1) Dafür eignen sich vor allem Comics, weil es ihnen mühelos gelingt, Text und Bild miteinander in Symbiose zu bringen. Dementsprechend war das Thema für die nächste Projektwoche schnell gefunden: „Comics“ bzw. „Graphic Novels“.
Im Juni 2018 konnte das Vorhaben dann schließlich in die Tat umgesetzt werden. Gemeinsam mit einer fünften Klasse des Lyonel-Feininger-Gymnasium (LFG) machte sich Julia Liebig, zu diesem Zeitpunkt studentische Hilfskraft in der Fachdidaktik Deutsch, an die Arbeit.

Die Schüler*innen bekamen die Aufgabe, sich der Transformation eines eigenen kleinen Projektes anzunehmen. Anhand dessen konnten sie Selbstverantwortung, Kooperation und Zeitmanagement üben. Dazu arbeiteten sie in Kleingruppen mit einer festen Rollenverteilung.
In jeder Gruppe war jeweils mindestens eine Person dafür verantwortlich, auf Zeit und Lautstärke zu achten. Außerdem gab es pro Gruppe mindestens eine*n Schriftführer*in sowie Materialverantwortliche*n. Zudem hatte jede*r Schüler* die Aufgabe, ein Portfolio anzufertigen, in dem wichtige Arbeitsschritte der Projektarbeit dokumentiert wurden.
Als Grundlage für die Erstellung der Comics diente dabei der Text „Tom Sawyers Abenteuer: Die Abenteuer auf der Mississippi-Insel“ (2).

In der ersten Hälfte der Projektwoche bereiteten die Schüler*innen alles Nötige für die Visualisierung ihrer Comics vor, die sie dann in der zweiten Hälfte fertigstellten. Somit entstanden sieben einzigartige Comics, die den Klassiker von Mark Twain neu aufleben ließen.

Die Ergebnisse der Projektwoche wurden am letzten Tag schließlich in einem „Markt der Möglichkeiten“ ausgestellt. Dabei präsentierten die Gruppen sich und ihre erstellten Comics gegenseitig. Auch Eltern, Freund*innen und andere Klassen waren herzlich dazu eingeladen.

Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte und auch die Projektwoche hat gezeigt, dass die visuelle Transformation literarischer Text, in diesem Fall eines Comics, die Kreativität und Imaginationskraft sowie die Selbstständigkeit der Lernenden fördern kann.

Comics dienen eben schon lange nicht mehr nur der Unterhaltung, sondern eröffnen spannende Zugänge und neue Ansichten als Bereicherung des konventionellen Literaturunterrichts.

Quelle: 

(1) Vgl. Haas, Gerhard/Menzel, Wolfang/Spinner, Kaspar H.: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. In: Praxis Deutsch, 21 (1994) 123, S. 17-25.

(2) Vgl. Mark Twain: Tom Sawyers Abenteuer. Altenmünster: Jazzybee Verlag (2019).