Tool-Vorstellung: Mentimeter

Der klassische Frontalunterricht mit Tafelbild oder etwas moderner mit PowerPoint Präsentation kann auf Schülerinnen und Schüler manchmal einschläfernd, nahezu lähmend wirken. Aber mal ganz ehrlich, uns Studierenden geht es doch auch nicht anders. Wer schweift denn nicht ab, wenn der Prof seine drölfzigste Folie präsentiert und in der immer gleichen, monotonen Stimme den darauf befindlichen Text abliest?
Von daher können wir das den Lernenden nicht übelnehmen. Aber als zukünftige Lehrkräfte haben wir die Möglichkeit, eine solch passive Präsentationsform in eine aktive umzugestalten und das nicht zuletzt mithilfe digitaler Unterstützung.
Eine Möglichkeit, die Lernenden aktiv in den Unterricht miteinzubeziehen, besteht in der Anwendung von Mentimeter.

Mentimeter – Was ist das?

Mentimeter ist ein kostenfreies Abstimmungs- sowie Brainstorming-Tool, welches eine Vielzahl an interaktiven Möglichkeiten bietet.

Wie funktioniert es?

Um dieses Tool verwenden zu können, muss man sich zunächst auf der Website anmelden. In der kostenfreien Basisvariante können dann unbegrenzt viele Präsentationen angelegt werden. Jeweils zwei Fragen und fünf Quizze können in eine Präsentation eingebunden werden.
Im Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler dann einen Zugangscode, der stets auf den Mentimeter-Folien präsent ist. So können sie die im Vorfeld erstellten Fragen beantworten. Alle Änderungen sind dabei live nachzuverfolgen.

Die Nutzung dieser Plattform hat den großen Vorteil, dass die Lernenden sich nicht registrieren müssen, um Mentimeter nutzen zu können. Um sich an den Fragen und Abstimmungen beteiligen zu können, werden lediglich Smartphones, Tablets oder Laptops benötigt. Außerdem lassen sich die Ergebnisse der Befragungen exportieren und stehen somit für weitere Unterrichtszwecke zur Verfügung.

Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzlich hängt die Einbindung solch digitaler Tools wie Mentimeter in den Unterricht davon ab, welche Ziele damit erreicht werden sollen: Möchte ich mit den Lernenden in eine Diskussion treten? Oder möchte ich Feedback zu einem Referat einholen?
Da Mentimeter so unglaublich viele Nutzungsmöglichkeiten bereithält, erfolgt an dieser Stelle nur eine beispielhafte Vorstellung, wie die Plattform zu Unterrichtszwecken eingesetzt werden kann.

Dieser Fragetyp kann bei Mentimeter verwendet werden, um eine Live-Voiting durchzuführen. Ein solchen Voiting kann beispielsweise dazu dienen, den individuellen Lern- oder Erfahrungsstand der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln. Darüber hinaus lässt sich aber auch das Vorwissen der Lernenden zu speziellen Themenschwerpunkten über eine solche Befragung feststellen.

Gesprächsbeiträge oder aber auch Fragen lassen sich über diesen Fragetyp besonders gut darstellen. Dabei wird im Vorfeld festgelegt, ob die Teilnehmenden nur einen oder gleich mehrere Beiträge versenden können. Denkbar wäre es, auf diese Weise Fragen zu einem Referat zu sammeln oder ein kurzes Feedback zu einer Präsentation zu geben. Dieses Feedback kann anschließend im Plenum noch einmal detailliert besprochen werden. Zudem wird den Vortragenden die Möglichkeit eingeräumt, spontan auf Fragen zu reagieren bzw. diese an passender Stelle während des Vortrages aufzugreifen.

Diese Anwendung bietet als Fragetyp den Lernenden die Möglichkeit, ihre Antworten zu sammeln sowie zu visualisieren. Dabei werden besonders häufig vorkommende Antworten größer dargestellt. Dadurch können Schwerpunkte für einen Gesprächseinstieg schnell ausfindig gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Häufigkeit von Antworten generell zu diskutieren. Hinzukommt, dass die Art des Impulses frei gestaltet werden kann. Das bedeutet, dass die Frage entweder auf ein bestimmtes Themengebiet eingegrenzt werden kann oder, man verwendet den Impuls, um Assoziationen zu einem Thema zu sammeln. Dieser Fragetyp bietet unzählige Möglichkeiten, die völlig frei verwendet werden können.

Fazit

Die Plattform Mentimeter ist in einer Vielzahl von denkbaren Lehr- und Lernszenarien einsetzbar und kann für vielfältige Ziele des Unterrichts verwendet werden. Vor allem die unkomplizierte Benutzung, ohne zeitintensive Einarbeitung, stellt einen großen Vorteil dar. Darüber hinaus ist die Darstellung der verschiedenen Fragetypen ansprechend und kann bei Bedarf personalisiert werden. Obwohl die Anfertigung einer Präsentation bisher nur auf Englisch möglich ist, überzeugt Mentimeter durch eine intuitive Benutzeroberfläche, sodass man auch mit grundlegenden Englischkenntnissen und ohne weitere Probleme damit arbeiten kann. Da die Einschränkungen der kostenlosen Basisvariante nicht gravierend sind, muss man sich nicht unbedingt die kostenpflichtige Pro-Version holen.
Alles in allem bietet Mentimeter für den Einsatz in der Schule unzählige Benutzungsmöglichkeiten und ist zudem kinderleicht anzuwenden.
Probiert es doch einfach mal selbst aus!

Liebe Studierende,

das ZLB sucht im Rahmen des am ZLB angesiedelten Projektes DiSPra “Digitale Verzahnung von Studium und Praxis” nach Studierenden im Fach Deutsch, die an einer zusätzlichen schulischen Praxiserfahrung interessiert und geeignet sind (das SP1 bereits absolviert haben).

Ziel des Projekts ist, dass Studierende als Co-Teaching-Team den Unterrichts eines Berufseinsteigers am Neuen städtischen Gymnasium Halle für eine Woche übernehmen. (23.03. – 27.03.2020)

Der pädagogisch begründete Einsatz digitaler Technologien im Fachunterricht steht inhaltlich im Fokus dieser Lerngruppen. Das Innovationspotential digitaler Medien für Unterricht soll dabei untersucht und erprobt werden. Im Rahmen einer didaktisch-übergreifenden Aufgabenstellung werden sich die Studierenden mit der Frage befassen, wie die Nutzung digitaler Medien den Unterrichtsalltag beeinflusst und verändert. Das Projekt bietet Studierenden nach bereits absolvierten SPÜ und Schulpraktikum I und/oder II im Rahmen eines Zertifikatskurses (50 Stunden, blended learning, Beginn Wintersemester 19/20) die Möglichkeit, sich mit Fragen rund um das Thema “Bildung unter den Bedingungen der Digitalität” auseinanderzusetzen, ihre Kompetenzen zu erproben, zu reflektieren und zu bewerten.

Gesucht werden 6 Studierende. Beginn des Projektes ist Ende Oktober 2019. Bitte melden Sie sich bei Dr. Reichelt, wenn Sie Interesse haben (michael.reichelt@germanistik.uni-halle.de). Bei Fragen können Sie sich auch gern an Frau Bieler im ZLB (ines.bieler@zlb.uni-halle.de) wenden.

Nachrichtenkompetenz – Kinder und Jugendliche sicher durch die Informationsflut navigieren

Facebook, Instagram und Twitter bieten unzählige Möglichkeiten, sich mitzuteilen, zu vernetzen und auszutauschen. Für viele Kinder und Jugendliche gehören diese sozialen Medien zur alltäglichen Lebenswelt dazu wie das Zähneputzen. Eine Welt ohne Internet ist für die Schülerinnen und Schüler von heute gar nicht mehr vorstellbar. Sie bekommen ihre Nachrichten aus sozialen Netzwerken und informieren sich auf Blogs über die neusten Ereignisse.

Doch gerade dadurch werden diese jungen Menschen vor eine ganz neue Herausforderung gestellt: Sie müssen selbst Informationen, Quellen etc. prüfen. Darin liegt auch gleichzeitig die Gefahr, dass die Kinder und Jugendlichen auf bewusst gestreute Falschmeldungen, sogenannte Fakenews, reinfallen.

Diese Fakenews können Vorurteile schüren, Menschen aufhetzen und im schlimmsten Fall Wahlen beeinflussen. So sind sie spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 in aller Munde.

Obwohl das Thema „Nachrichtenkompetenz“ allen Anschein ein sehr wichtiges ist, findet es in der Bildungspolitik nach wie vor nicht genügend Beachtung. Das belegt auch die Studie „Nachrichtenkompetenz durch die Schule“, die von 2015 bis 2017 am Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden durchgeführt wurde.

„Nachrichtenkompetenz“ – Was ist das überhaupt?

Die Fähigkeit, journalistische Inhalte verstehen, kritisch beurteilen und effektiv nutzen zu können, bezeichnet man als „Nachrichtenkompetenz“. Sie ist nötig, um aus der Flut an Inhalten verlässliche Informationen herauszufiltern und sich auf Basis dessen eine fundierte Meinung zu gesellschaftlichen Prozessen bilden zu können. Damit bildet sie die Grundlage für ein funktionierendes, demokratisches Gemeinwesen.

Ergebnisse der Studie

In der Studie wurden Vorgaben der Kultusministerkonferenz, Lehrpläne, Schulbücher, Projektbeschreibungen von Landesmedienanstalten sowie Studienverordnungen von Lehramtsstudiengängen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig:

Kinder und Jugendliche werden in der Schule mangelhaft auf den kompetenten Umgang mit Informationen und Nachrichten vorbereitet.

So gehen beispielsweise die Vorgaben der Kultusministerkonferenz kaum auf den kompetenten Umgang mit Medien im Kontext von Information und Meinungsbildung ein.
Auch weniger als die Hälfte der untersuchten Lehrpläne thematisieren Aspekte der Nachrichtenkompetenz. Sie konzentrieren sich hingegen auf die Vermittlung von Grundlagenwissen sowie auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit journalistischen Inhalten.
In Schulbüchern wird der Nachrichtenkompetenz ein deutlich höherer Stellenwert zugeschrieben. Trotzdem kommt die öffentliche Aufgabe der Medien und deren Rolle für die freie Meinungsbildung sowie die digitalen Wege der Nachrichtenvermittlung zu kurz.

Zusammenfassend werden die untersuchten Vorgaben und Materialen dem aktuellen Nachrichtennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht gerecht.

Vor allem die gesellschaftliche Relevanz von Nachrichten sowie die Bedeutung der Nachrichtennutzung für die eigene Informiertheit werden stark vernachlässigt. Darüber hinaus führt die fehlende Thematisierung von Nachrichtenkompetenz in der Lehrerausbildung zu Wissenslücken zukünftiger Lehrkräfte.

Im Anbetracht der mangelnden Voraussetzungen für eine nachrichtenkompetente Ausbildung in der Schule hängt dementsprechend die tatsächliche Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit journalistischen Inhalten im Schulunterricht stark von dem individuellen Engagement und Wissensstand der Lehrkräfte ab.  

Hürde Informationsbewertung überwinden

Die Studie „Gerüchte im Netz: Wie bewerten Jugendliche Informationen aus dem Internet?“ des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung zeigt, dass Informationsbewertung für viele junge Menschen eine echte Herausforderung darstellt. 61 Prozent der Befragten stimmte so ab. Weiterhin gaben 86 Prozent der Befragten an, Falschmeldungen nicht immer erkennen zu können. Diese Zahlen zeigen, dass Lehrkräfte das Thema „Nachrichtenkompetenz“ insgesamt stärker im Unterricht aufgreifen müssen.

Ein möglicher Zugang besteht in Diskussionen über die aktuelle Nachrichtenlage. Anhand der aktuellen Themen kann man dann gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern reflektieren, wie sie überhaupt zu den Informationen gekommen sind und welche Schritte der Recherche sie unternommen haben. Daran lässt sich dann wunderbar das Thema „Fake News“ anknüpfen.

Wichtig ist, den Lernenden zu vermitteln, welche Absichten hinter der Verbreitung von Fake News stecken und in welcher Form ihnen solch manipulierende Informationen begegnen können. Weiterhin sollten Kinder und Jugendliche Kriterien an die Hand bekommen, um den Wahrheitsgehalt von Informationen prüfen zu können.

Weitere hilfreiche Links, um das Thema „Nachrichtenkompetenz“ im Unterricht aufzugreifen:

Publikationen zum Thema vom Lehrstuhl:

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