Digitales Kennenlernen mit Emojis & Co.

Smartphones gehören bei vielen Menschen zum alltäglichen Leben dazu – vor allem bei Jugendlichen. Gemeinsam mit unzähligen sozialen Medien bieten sie die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichste Arten auszudrücken, mitzuteilen und darzustellen. 
Doch wir hinterlassen mit unseren Smartphones nicht nur Spuren im Netz. Auch unsere Screens an sich zeigen Muster der digitalen Kommunikation und Benutzung. 
Als Teil unserer digitalen Identität geben Smartphones also an so einigen Stellen Aufschluss über die Persönlichkeit
Aus diesem Grund bieten sie sich bestens für ein (digitales) Kennenlernen im schulischen Rahmen an. 

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Der Homescreen als Ausgangspunkt für Diskussionen und Vergleiche

Der Eine hat 1000 unbeantwortete E-Mails. Bei dem Anderen findet man drei Wetter-Apps auf dem Homescreen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Homescreen zu gestalten und den eigenen, persönlichen Wünschen sowie Anforderungen anzupassen. Aus diesem Grund kann er sehr viel Aufschluss über einen Menschen geben. 
Eine Möglichkeit, den Homescreen in den Unterricht zu integrieren, wäre, einen Screenshot davon über den Beamer zu zeigen und dann raten zu lassen, wem dieser zugeordnet werden kann. Dies bietet sich beispielsweise als Einstieg in eine Diskussion über die Verwendungsweisen von Smartphones an. 

Emojis als Persönlichkeitsindikatoren

Ähnlich wie bei den Homescreens könnte man auch bei den Emojis vorgehen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Zusammenhang zwischen den verwendeten Emojis und Charaktermerkmalen der betreffenden Person. 
Weiterhin wäre auch eine Art Horoskop mithilfe der zuletzt verwendeten Emojis denkbar beispielsweise ein Ferien-Horoskop. Dabei erstellen sich zwei Schüler*innen ein Horoskop für den/die jeweils anderen/andere anhand dessen/derer zuletzt verwendeter Emojis. Am Ende stellen sie sich die Horoskope gegenseitig vor. Möglich wäre auch eine Präsentation im Plenum. 

Eine ähnliche Vorgehensweise wäre auch mit den zuletzt verwendeten GIFs denkbar.

Hintergrund

Anlass für die Debatte rund um Emojis und Persönlichkeit ist eine Studie der Edge Hill University. Diese geht davon aus, dass Emojis als feste Bestandteile unserer digitalen Kommunikation zu betrachten sind. Sie helfen dem Leser, zweideutige Nachrichten zu verstehen sowie eigene Emotionen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Aber jeder Benutzer verwendet und interpretiert diese Symbole auf eine ganz eigene Art und Weise.

Um dem möglichen Zusammenhang zwischen der Emoji-Benutzung und der Persönlichkeit auf die Schliche zu kommen, befragten die Forscher eine Gruppe von Studenten einerseits zu ihrer digitalen Kommunikation und andererseits bezüglich ihrer Persönlichkeit. 

Ergebnisse der Studie

Es stellte sich heraus, dass Menschen, die sich selbst als sozial und umgänglich einschätzten, eher dazu tendieren, Emojis zu verwenden. Den Grund dafür vermuten die Forscher darin, dass sich solche Menschen in der digitalen Welt quasi wohlfühlen und daher eher dazu geneigt sind, ihre Persönlichkeit durch Emojis auszudrücken.
Menschen, die sich dagegen weniger Gedanken darüber machen, wie sie auf andere wirken, tendieren eher dazu, traurige Emojis zu verwenden. Dieses Verhalten ist damit zu begründen, dass solche Menschen mehr damit beschäftigt sind, beispielsweise ihre Traurigkeit auszudrücken, als sich darüber Gedanken zu machen, wie dies auf andere wirken könnte. 

Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass in förmlichen Kontexten deutlich weniger Emojis benutzt werden als in sozialen Medien. 

Viele der Befragten sagten aus, dass Emojis ihnen helfen, zweideutige Nachrichten zu verstehen oder sich selbst auszudrücken. In diesem Zusammenhang wäre eine Anwendung von Emojis im Rahmen der Arbeit mit autistischen Menschen denkbar. 

Außerdem wurden Menschen, die Emojis benutzten, häufig als sozial und umgänglich eingeschätzt.

Fazit

Die Studie zeigt also, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und den verwendeten Emojis besteht. Sie sind im weitesten Sinne ein Spiegel unserer Selbst. Deshalb ist es durchaus angebracht, Emojis in den Unterricht zu integrieren und über ihre Verwendung zu reflektieren

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