Theater in Schule und Hochschule – Ein Streifzug durch die Bühnen von Kultur und Ausbildung

Was? 
Abendveranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Deutschdidaktik im Dialog‘

Wann? 
Mittwoch, der 04.12.2019, ab 18.30 Uhr 

Wo? 
Ort wird noch bekannt gegeben 

Liebe Studierende,

auch im Wintersemester 2019/2020 wird die Veranstaltungsreihe ‚Deutschdidaktik im Dialog‘ fortgesetzt. Mit den eingeladenen Gästen, Matthias Schwitzer (Lehrer am Elisabethgymnasium), Sylvia Werner (Theaterpädagogin am nT) und Ronny Jakubaschk (Regisseur und Schauspielleiter am nT) soll in einem anregenden Gespräch ein Streifzug durch die Räume gemacht werden, in denen Lehrer*innen, Dozent*innen und Theaterschaffende jeweils ihre Bühne nutzen, um ihre Adressaten im besten Sinne bilden zu können – kulturell, pädagogisch und wissenschaftlich.

Insofern soll der Konnex der Bühne im Gespräch die Verbindungen zwischen Schauspiel und pädagogischen bzw. didaktischen Überlegungen und Wissenschaft bilden, um so den Nutzen und die produktiven Verknüpfungen von Schauspiel, Pädagogik und Wissensvermittlung für das Lehren und Lernen in Schule und Hochschule den Studierenden und Gästen näherbringen.

Dabei geht es auch darum zu zeigen, welche Aktivitäten im Lehramts- respektive Germanistikstudium bereits möglich sind und welche Intensivierungen nötig oder wünschenswert wären.

P.S.: Der informell-gesellige Austausch zum Thema des Abends und darüber hinaus bilden das Kernelement der Veranstaltungsreihe. Für Getränke ist gesorgt, jeder möge jedoch gerne eine kulinarische Kleinigkeiten mitbringen.

 

Rückblick: DGI-Forum Wittenberg 2019

Wie kann Künstliche Intelligenz den Bildungssektor verbessern? Kann sie das überhaupt? Welche Möglichkeiten, aber auch Gefahren und Risiken birgt der Einsatz von KI?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema „Künstliche Intelligenz in der Bildung“ haben sich die Teilnehmer*innen des diesjährigen DGI-Forums ausführlich beschäftigt. Vom 16. bis 18. September fanden sich Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Interessierte in der Stiftung Leucorea in Wittenberg ein, um sich mit diesem Themenbereich kritisch auseinanderzusetzen.

Fachvorträge, Präsentation und Workshops standen auf dem Programm der Veranstaltung. Dabei wurde das Thema von unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. So ging es beispielsweise um das Verhältnis von Mensch und Maschine, die Bewertung von KI-Algorithmen oder aber auch um die Auswertung einer Online-Umfrage zum Thema „KI und Bildung“.

Dabei ist es kein Zufall, dass die Dialogveranstaltung vor allem auf KI und deren Bedeutung in und für den Bildungsbereich ausgerichtet war. „Künstliche Intelligenz“ ist schließlich das Thema des Wissenschaftsjahres 2019. Obwohl im Bildungswesen bisher ganz andere Punkte und Probleme weit oben auf der Agenda standen, ist genau jetzt der optimale Zeitpunkt, sich konstruktiv-kritisch mit KI innerhalb der Fachgrenzen und darüber hinaus zu beschäftigen. Denn eins steht fest:

Künstliche Intelligenz wird in Zukunft das Lehren und Lernen verändern.

Urheber: Prof. Dr. Matthias Ballod 

Dass Künstliche Intelligenz bezogen auf die Bildung momentan noch in den Kinderschuhen steckt, wird deutlich, wenn man die Ausschreibungen des Bundesministeriums im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 genauer durchleuchtet. Denn obwohl KI im Rahmen dessen von unterschiedlichsten Warten aus betrachtet werden soll, spielt das Thema „Bildung“ in diesem Zusammenhang eine sehr geringe Rolle.

KI ist zwar gesellschaftlich akzeptiert, aber noch lange nicht im Bildungswesen angekommen.

Neben der gesellschaftlichen Akzeptanz ist jedoch noch eine weitere, entscheidende Komponente von Nöten, damit der Weg für KI in die Schulen geebnet werden kann:

Die Technologien von KI nehmen Entscheidungen ab, sie automatisieren Entscheidung.

Dadurch bekommt die Auseinandersetzung mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ eine ganz neue Qualität. Eine Art Ethikkommission ist nötig, um die fortschreitende Entwicklung dieser Technologien und damit auch ihre Integration in den Bildungssektor gewährleisten zu können. 

Eine Schule, Schüler*innen und Hausaufgaben wird es weiterhin geben, doch die Entwicklung schreitet unaufhaltsam voran. Künstliche Intelligenz wird ein zunehmend wichtiges Thema für den Bereich der Bildung werden. Aus diesem Grund ist der Zeitpunkt für eine Diskussion rund um KI ideal.

Ein solch früher Diskurs ermöglicht eine Mitgestaltung der Entwicklung,

auch wenn viele Schulen momentan noch mit Problemen wie der Installation von WLAN zu kämpfen haben.

Im Zusammenhang mit diesem Diskurs werden wissende, gebildete, aber vor allem aufgeklärte Schülerinnen und Schüler benötigt. Es ist an der Zeit, ein neues Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Maschinen nur so klug sind wie der Mensch, der vor ihnen sitzt und ihnen eine Frage stellt.

Es ist die Aufgabe eines jeden Einzelnen, sich zu den Technologien zu verhalten und eine Meinung, einen Standpunkt auszubilden.

In Zeiten, in denen Alexa als Familienmitglied fungiert, wird es zunehmend schwieriger, den Menschen den Unterschied zwischen Technologie und Person bewusst zu machen. Deshalb muss sowohl ein Dialog zwischen Maschinen und Menschen, die sie nutzen als auch zwischen Lehrkräften, Kindern, Eltern, der Öffentlichkeit und allen weiteren Akteuren geführt werden.

Es muss ein Austausch darüber stattfinden, was wir bezüglich KI wollen und was nicht.

Was kann KI und was nicht? Was darf KI und was nicht?

Ermächtigung und Entmündigung durch KI in der Bildung

Urheber: Prof. Dr. Matthias Ballod

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz wird oftmals mit einem Dualismus zwischen Ermächtigung und Entmündigung gleichgesetzt. Doch zu der vielschichtigen Problematik rund um KI einfach nur „Ja“ oder „Nein“, „Schwarz“ oder „Weiß“ zu sagen, greift zu kurz. Der Dualismus führt zwar zu einer Kontroverse um KI, die auch dringend benötigt wird, doch findet diese nur zwischen zugespitzten Positionen statt. Es muss jedoch eine Balance angestrebt werden. Der Dialog sollte da ansetzen, wo man das eine mit dem anderen verbinden kann:

Wann ist der Einsatz von KI für Eltern, Lehrkräfte und Schüler*innen sinnvoll?

Bekannte Roboter

Urheber: Prof. Dr. Matthias Ballod, Stefanie Klein 

Vorspann

Am 18. und 19. November des letzten Jahres fanden in Frankfurt die DGI-Praxistage statt. Nicht zuletzt ging es dabei auch um das Thema „Künstliche Intelligenz“. Im Rahmen der öffentlichen Sitzung der Fachgruppe „Bildung und Informationskompetenz“ kristallisierte sich eine Frage ganz deutlich heraus:

Was kann Künstliche Intelligenz für die Bildung leisten?

Damit einher gehen die Erwartungen und Wünsche, aber auch Hoffnungen und Ängste bezogen auf KI.

Im Anschluss dieser Tage wurden die Ergebnisse in Form eines Positionspapiers zusammengefasst. Dieses besteht aus neun Thesen, die eine grobe Handlungsempfehlung– bzw. einen Handlungsrahmen an die Hand geben sollen:

Positionspapier der DGI-Fachgruppe Bildung und Informationskompetenz:
Im Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz und Bildung

KI im Bildungswesen ist per se weder gut noch schlecht. Die fortschreitende Digitalisierung erzwingt jedoch eine Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen von KI-Technologien im und für den Bildungsbereich – und dies immer wieder aufs Neue.

„Automation der Entscheidung“ als grundlegende Funktionalität der KI-Technologien führt zu einem herausforderndem Verlust von persönlicher Autonomie, der eine kritische Neubewertung der Mensch-Maschine-Interaktion vor dem Hintergrund einer demokratischen Gesellschaft erfordert.

Die Bewertung der Rolle von KI in Bildungsprozessen und -institutionen muss dabei die dynamischen Veränderungen durch die Digitalisierung in den Blick nehmen und zugleich Zukünftiges antizipieren. Dies bedeutet vor allem, KI-Algorithmen nicht nur anhand technischer Leistungsfähigkeit zu bewerten, sondern gesellschaftliche Auswirkungen ihrer Anwendung einzubeziehen. Daher müssen ethische Aspekte und Datenschutz ebenso wie relevante Erkenntnisse aus der Maschine-Mensch-Interaktion in die Bildungsdebatte einfließen.

KI im Bildungsbereich erfordert kontinuierliches gemeinsames „Gestalten statt Verwalten“! Künstliche Intelligenz ersetzt nicht die menschliche Intelligenz, sondern bedarf deren kontinuierlichen Kontrolle.

Der sinnhafte pädagogische Einsatz sowie der Umgang, auch das Wahrnehmen von KI-Technologien erfordert spezifische Fähigkeiten (cognitive literacy), die im Sinne einer Ausweitung des Konzepts der Informationskompetenz (information literacy) bereits in der Schule eingeübt werden müssen.

Die bisherige Geschichte der Lehrmedien warnt davor, die Technologie als Ausgangspunkt der Entwicklung zu setzen, diese Rolle müssen vielmehr Ziele und Aufgaben von Bildung einnehmen. Zentral ist daher die Forderung, dass die pädagogischen oder unterrichtlichen Ziele den möglichen und sinnvollen Einsatz von KI definieren und nicht umgekehrt.

Der Einsatz von KI-Anwendungen im Feld des Lernens umfasst viele Bereiche: Learning Analytics, Open Educational Resources, Gamification, adaptive und automatisierte Lern- und Testverfahren. Im Bereich von Individualisierung und Differenzierung von Lernprozessen liegen große Potenziale für KI-Anwendungen, wobei die sozial-affektiven Aspekte gemeinsamen Lernens nicht vernachlässigt werden dürfen.

Für den Einsatz von KI in der Bildung ist ein gesamtgesellschaftliches Konzept zu entwickeln, das in konkreten Bildungskontexten erprobt und optimiert werden kann. Dazu bedarf es eines breiten öffentlichen Diskurses, an dem alle Akteure zu beteiligen sind. Bildungspolitik und Bildungsadministration sind aufgefordert, diesen Prozess dezentral zu organisieren.

Aus Sicht der Informationswissenschaft und Informationspraxis gilt also:
Keine Künstliche Intelligenz ohne Informationskompetenz!

Online-Umfrage

Auch die Umfrage stand unter dem Titel „Künstliche Intelligenz – Was kann Bildung leisten?“. Insgesamt beantworteten von April bis August diesen Jahres 320 Teilnehmer*innen 10 Fragen zu dem besagten Thema. Damit ist die Stichprobe zwar nicht repräsentativ, sie gibt aber dennoch ein differenziertes Stimmungsbild der Befragten wieder.

Ergebnisse

  • Großer Nutzen für Individualisierung des Lernprozesses
  • Datenanalyse ist dabei nützlich und hilfreich
  • Lernen wird noch stärker zeit- u. ortsunabhängig
  • Weitere Differenzierung des Bildungswesens
  • Unterstützung der Lehrkräfte durch KI-Technologien
  • Niedriges Gefahrenpotenzial

„Software ist aber kein Ersatz für Kompetenz, Leidenschaft, Fleiß und Interesse bei Lehrern und Schülern.“

„ Bildung ist kein Algorithmus ; Bildung ist: Widerstände,
ungeplante Prozesse, Umwelt und sich selbst entdecken“

  • Datenschutz, Datenmissbrauch, Überwachung
  • Zweckentfremdung der Technologie
  • Reduktion von sozialer Interaktion
  • Verlust von Persönlichkeit / Denken / Nachdenken beim Lernen

„Es ist ein fatales Missverständnis, dass KI qualitativ hochwertige/n
Lehrkräfte/Unterricht ersetzt.“

„KI untergräbt meines Erachtens die Kreativität der Schüler*innen.
Das tun Lehrende auch – meistens -, aber das kann man als Schüler*in umgehen – kreativ.“

  • Potenziale zur Unterstützung des Lernprozesses und der Lehrperson
  • Entlastung der Lehrkraft bei Korrekturleistungen
  • Automatisierung und Individualisierung von Feed-back
  • Optimierung von Verwaltungsprozessen

„Ich kann mir aktuell keinen Ort vorstellen, den eine KI besser lösen kann als ein Mensch.“

  • Datenschutz und Transparenz der Entscheidung(en) wichtig
  • Paradigmenwechsel bei Lehr-Lern-Arrangements nötig
  • Förderung zum Umgang mit Technologie: Methodenkompetenz, Sozialkompetenz
  • Förderung der individuellen Auseinandersetzung: Kritisches Denken, Selbstreflexion

„Die Frage sollte sein: Wo kann der Einsatz von KI signifikante Verbesserungen erreichen ohne eine Gefahr darzustellen?“

„Die Verantwortung für das Lernen liegt immer bei den Menschen, den Lehrenden und Lernenden – ob mit oder ohne KI.“

 

Rückblick – Ausblick

Bereits in der Vergangenheit riefen neue Technologien ein neues Zeitalter des Lernens aus. Neue Medien ermöglichen schließlich erst ein Lernen auf eine ganz andere, neue Art und Weise. So birgt auch KI Potenziale und es ist nicht verwunderlich, dass viele entsprechend auf diesen Zug aufspringen wollen. Gleichermaßen hält mit modernen Technologien auch oftmals ein modernes Lernen Einzug. Doch unsere sich ständig weiterentwickelte Welt voller Technologien birgt auch Gefahren:

Probleme, die im Zusammenhang mit Medien entstehen, werden auch mit Medien beseitig.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob wir diese neue Technik überhaupt benötigen. Doch das ist der falsche Ansatzpunkt.

Stattdessen sollte man die Diskussion um den Lernprozess ins Auge fassen und nicht die Technologien der KI als Ausgangspunkt dafür verwenden, Bildung zu definieren.

Tool-Vorstellung: Mentimeter

Der klassische Frontalunterricht mit Tafelbild oder etwas moderner mit PowerPoint Präsentation kann auf Schülerinnen und Schüler manchmal einschläfernd, nahezu lähmend wirken. Aber mal ganz ehrlich, uns Studierenden geht es doch auch nicht anders. Wer schweift denn nicht ab, wenn der Prof seine drölfzigste Folie präsentiert und in der immer gleichen, monotonen Stimme den darauf befindlichen Text abliest?
Von daher können wir das den Lernenden nicht übelnehmen. Aber als zukünftige Lehrkräfte haben wir die Möglichkeit, eine solch passive Präsentationsform in eine aktive umzugestalten und das nicht zuletzt mithilfe digitaler Unterstützung.
Eine Möglichkeit, die Lernenden aktiv in den Unterricht miteinzubeziehen, besteht in der Anwendung von Mentimeter.

Mentimeter – Was ist das?

Mentimeter ist ein kostenfreies Abstimmungs- sowie Brainstorming-Tool, welches eine Vielzahl an interaktiven Möglichkeiten bietet.

Wie funktioniert es?

Um dieses Tool verwenden zu können, muss man sich zunächst auf der Website anmelden. In der kostenfreien Basisvariante können dann unbegrenzt viele Präsentationen angelegt werden. Jeweils zwei Fragen und fünf Quizze können in eine Präsentation eingebunden werden.
Im Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler dann einen Zugangscode, der stets auf den Mentimeter-Folien präsent ist. So können sie die im Vorfeld erstellten Fragen beantworten. Alle Änderungen sind dabei live nachzuverfolgen.

Die Nutzung dieser Plattform hat den großen Vorteil, dass die Lernenden sich nicht registrieren müssen, um Mentimeter nutzen zu können. Um sich an den Fragen und Abstimmungen beteiligen zu können, werden lediglich Smartphones, Tablets oder Laptops benötigt. Außerdem lassen sich die Ergebnisse der Befragungen exportieren und stehen somit für weitere Unterrichtszwecke zur Verfügung.

Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzlich hängt die Einbindung solch digitaler Tools wie Mentimeter in den Unterricht davon ab, welche Ziele damit erreicht werden sollen: Möchte ich mit den Lernenden in eine Diskussion treten? Oder möchte ich Feedback zu einem Referat einholen?
Da Mentimeter so unglaublich viele Nutzungsmöglichkeiten bereithält, erfolgt an dieser Stelle nur eine beispielhafte Vorstellung, wie die Plattform zu Unterrichtszwecken eingesetzt werden kann.

Dieser Fragetyp kann bei Mentimeter verwendet werden, um eine Live-Voiting durchzuführen. Ein solchen Voiting kann beispielsweise dazu dienen, den individuellen Lern- oder Erfahrungsstand der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln. Darüber hinaus lässt sich aber auch das Vorwissen der Lernenden zu speziellen Themenschwerpunkten über eine solche Befragung feststellen.

Gesprächsbeiträge oder aber auch Fragen lassen sich über diesen Fragetyp besonders gut darstellen. Dabei wird im Vorfeld festgelegt, ob die Teilnehmenden nur einen oder gleich mehrere Beiträge versenden können. Denkbar wäre es, auf diese Weise Fragen zu einem Referat zu sammeln oder ein kurzes Feedback zu einer Präsentation zu geben. Dieses Feedback kann anschließend im Plenum noch einmal detailliert besprochen werden. Zudem wird den Vortragenden die Möglichkeit eingeräumt, spontan auf Fragen zu reagieren bzw. diese an passender Stelle während des Vortrages aufzugreifen.

Diese Anwendung bietet als Fragetyp den Lernenden die Möglichkeit, ihre Antworten zu sammeln sowie zu visualisieren. Dabei werden besonders häufig vorkommende Antworten größer dargestellt. Dadurch können Schwerpunkte für einen Gesprächseinstieg schnell ausfindig gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Häufigkeit von Antworten generell zu diskutieren. Hinzukommt, dass die Art des Impulses frei gestaltet werden kann. Das bedeutet, dass die Frage entweder auf ein bestimmtes Themengebiet eingegrenzt werden kann oder, man verwendet den Impuls, um Assoziationen zu einem Thema zu sammeln. Dieser Fragetyp bietet unzählige Möglichkeiten, die völlig frei verwendet werden können.

Fazit

Die Plattform Mentimeter ist in einer Vielzahl von denkbaren Lehr- und Lernszenarien einsetzbar und kann für vielfältige Ziele des Unterrichts verwendet werden. Vor allem die unkomplizierte Benutzung, ohne zeitintensive Einarbeitung, stellt einen großen Vorteil dar. Darüber hinaus ist die Darstellung der verschiedenen Fragetypen ansprechend und kann bei Bedarf personalisiert werden. Obwohl die Anfertigung einer Präsentation bisher nur auf Englisch möglich ist, überzeugt Mentimeter durch eine intuitive Benutzeroberfläche, sodass man auch mit grundlegenden Englischkenntnissen und ohne weitere Probleme damit arbeiten kann. Da die Einschränkungen der kostenlosen Basisvariante nicht gravierend sind, muss man sich nicht unbedingt die kostenpflichtige Pro-Version holen.
Alles in allem bietet Mentimeter für den Einsatz in der Schule unzählige Benutzungsmöglichkeiten und ist zudem kinderleicht anzuwenden.
Probiert es doch einfach mal selbst aus!

Liebe Studierende,

das ZLB sucht im Rahmen des am ZLB angesiedelten Projektes DiSPra “Digitale Verzahnung von Studium und Praxis” nach Studierenden im Fach Deutsch, die an einer zusätzlichen schulischen Praxiserfahrung interessiert und geeignet sind (das SP1 bereits absolviert haben).

Ziel des Projekts ist, dass Studierende als Co-Teaching-Team den Unterrichts eines Berufseinsteigers am Neuen städtischen Gymnasium Halle für eine Woche übernehmen. (23.03. – 27.03.2020)

Der pädagogisch begründete Einsatz digitaler Technologien im Fachunterricht steht inhaltlich im Fokus dieser Lerngruppen. Das Innovationspotential digitaler Medien für Unterricht soll dabei untersucht und erprobt werden. Im Rahmen einer didaktisch-übergreifenden Aufgabenstellung werden sich die Studierenden mit der Frage befassen, wie die Nutzung digitaler Medien den Unterrichtsalltag beeinflusst und verändert. Das Projekt bietet Studierenden nach bereits absolvierten SPÜ und Schulpraktikum I und/oder II im Rahmen eines Zertifikatskurses (50 Stunden, blended learning, Beginn Wintersemester 19/20) die Möglichkeit, sich mit Fragen rund um das Thema “Bildung unter den Bedingungen der Digitalität” auseinanderzusetzen, ihre Kompetenzen zu erproben, zu reflektieren und zu bewerten.

Gesucht werden 6 Studierende. Beginn des Projektes ist Ende Oktober 2019. Bitte melden Sie sich bei Dr. Reichelt, wenn Sie Interesse haben (michael.reichelt@germanistik.uni-halle.de). Bei Fragen können Sie sich auch gern an Frau Bieler im ZLB (ines.bieler@zlb.uni-halle.de) wenden.

Nachrichtenkompetenz – Kinder und Jugendliche sicher durch die Informationsflut navigieren

Facebook, Instagram und Twitter bieten unzählige Möglichkeiten, sich mitzuteilen, zu vernetzen und auszutauschen. Für viele Kinder und Jugendliche gehören diese sozialen Medien zur alltäglichen Lebenswelt dazu wie das Zähneputzen. Eine Welt ohne Internet ist für die Schülerinnen und Schüler von heute gar nicht mehr vorstellbar. Sie bekommen ihre Nachrichten aus sozialen Netzwerken und informieren sich auf Blogs über die neusten Ereignisse.

Doch gerade dadurch werden diese jungen Menschen vor eine ganz neue Herausforderung gestellt: Sie müssen selbst Informationen, Quellen etc. prüfen. Darin liegt auch gleichzeitig die Gefahr, dass die Kinder und Jugendlichen auf bewusst gestreute Falschmeldungen, sogenannte Fakenews, reinfallen.

Diese Fakenews können Vorurteile schüren, Menschen aufhetzen und im schlimmsten Fall Wahlen beeinflussen. So sind sie spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 in aller Munde.

Obwohl das Thema „Nachrichtenkompetenz“ allen Anschein ein sehr wichtiges ist, findet es in der Bildungspolitik nach wie vor nicht genügend Beachtung. Das belegt auch die Studie „Nachrichtenkompetenz durch die Schule“, die von 2015 bis 2017 am Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden durchgeführt wurde.

„Nachrichtenkompetenz“ – Was ist das überhaupt?

Die Fähigkeit, journalistische Inhalte verstehen, kritisch beurteilen und effektiv nutzen zu können, bezeichnet man als „Nachrichtenkompetenz“. Sie ist nötig, um aus der Flut an Inhalten verlässliche Informationen herauszufiltern und sich auf Basis dessen eine fundierte Meinung zu gesellschaftlichen Prozessen bilden zu können. Damit bildet sie die Grundlage für ein funktionierendes, demokratisches Gemeinwesen.

Ergebnisse der Studie

In der Studie wurden Vorgaben der Kultusministerkonferenz, Lehrpläne, Schulbücher, Projektbeschreibungen von Landesmedienanstalten sowie Studienverordnungen von Lehramtsstudiengängen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig:

Kinder und Jugendliche werden in der Schule mangelhaft auf den kompetenten Umgang mit Informationen und Nachrichten vorbereitet.

So gehen beispielsweise die Vorgaben der Kultusministerkonferenz kaum auf den kompetenten Umgang mit Medien im Kontext von Information und Meinungsbildung ein.
Auch weniger als die Hälfte der untersuchten Lehrpläne thematisieren Aspekte der Nachrichtenkompetenz. Sie konzentrieren sich hingegen auf die Vermittlung von Grundlagenwissen sowie auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit journalistischen Inhalten.
In Schulbüchern wird der Nachrichtenkompetenz ein deutlich höherer Stellenwert zugeschrieben. Trotzdem kommt die öffentliche Aufgabe der Medien und deren Rolle für die freie Meinungsbildung sowie die digitalen Wege der Nachrichtenvermittlung zu kurz.

Zusammenfassend werden die untersuchten Vorgaben und Materialen dem aktuellen Nachrichtennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht gerecht.

Vor allem die gesellschaftliche Relevanz von Nachrichten sowie die Bedeutung der Nachrichtennutzung für die eigene Informiertheit werden stark vernachlässigt. Darüber hinaus führt die fehlende Thematisierung von Nachrichtenkompetenz in der Lehrerausbildung zu Wissenslücken zukünftiger Lehrkräfte.

Im Anbetracht der mangelnden Voraussetzungen für eine nachrichtenkompetente Ausbildung in der Schule hängt dementsprechend die tatsächliche Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit journalistischen Inhalten im Schulunterricht stark von dem individuellen Engagement und Wissensstand der Lehrkräfte ab.  

Hürde Informationsbewertung überwinden

Die Studie „Gerüchte im Netz: Wie bewerten Jugendliche Informationen aus dem Internet?“ des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung zeigt, dass Informationsbewertung für viele junge Menschen eine echte Herausforderung darstellt. 61 Prozent der Befragten stimmte so ab. Weiterhin gaben 86 Prozent der Befragten an, Falschmeldungen nicht immer erkennen zu können. Diese Zahlen zeigen, dass Lehrkräfte das Thema „Nachrichtenkompetenz“ insgesamt stärker im Unterricht aufgreifen müssen.

Ein möglicher Zugang besteht in Diskussionen über die aktuelle Nachrichtenlage. Anhand der aktuellen Themen kann man dann gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern reflektieren, wie sie überhaupt zu den Informationen gekommen sind und welche Schritte der Recherche sie unternommen haben. Daran lässt sich dann wunderbar das Thema „Fake News“ anknüpfen.

Wichtig ist, den Lernenden zu vermitteln, welche Absichten hinter der Verbreitung von Fake News stecken und in welcher Form ihnen solch manipulierende Informationen begegnen können. Weiterhin sollten Kinder und Jugendliche Kriterien an die Hand bekommen, um den Wahrheitsgehalt von Informationen prüfen zu können.

Weitere hilfreiche Links, um das Thema „Nachrichtenkompetenz“ im Unterricht aufzugreifen:

Publikationen zum Thema vom Lehrstuhl:

Herzlich Willkommen, liebe Erstis!

Wenn Ihr ab dem kommenden Wintersemester Deutsch auf Sekundarschul- oder Gymnasiallehramt an der MLU studiert, dann seid Ihr hier genau richtig!

Ihr befindet Euch gerade auf dem Blog der Deutschdidaktik. Hier findet Ihr alle Informationen, die Ihr für Euer Studium im Fach Deutsch so braucht:

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Weitere Infos gibt es hier:

Und falls Ihr uns sucht:

Wenn die Erstis das erste Mal den Campus betreten

Wir freuen uns auf Euch!

21st Century Skills – Was die Lernenden von heute wirklich brauchen

Die „21st Century Skills“ beinhalten Kompetenzen, die notwendig sind, um junge Menschen auf die immer komplexer werdenden Probleme einer demokratischen, offenen, freien und pluralistischen Gesellschaft vorzubereiten. Auf diese Weise sollen die sogenannten „4-K-Skills“ junge Menschen ideal für die Zukunft rüsten. Doch was genau steckt dahinter?
In diesem Artikel möchten wir Euch die wichtigsten Skills „Kommunikation“, „Kreativität“, „kritisches Denken“ sowie „Kollaboration“ vorstellen und einige (digitale) Anwendungsbeispiele aufzeigen.

Vorstellung der einzelnen Skills

Kommunikation

Man könnte hinterfragen, warum ausgerechnet Kommunikation einen dieser bedeutenden 4-K-Skills darstellt. Schließlich möchte man meinen, dass man jeden Tag miteinander kommuniziert, insofern man die Sprache beherrscht. Doch Kommunikation und ihre Anforderungen haben sich in den letzten Jahren gravierend verändert. So stellt beispielsweise Dejan Mihajlovic in einem Beitrag auf seinem Blog fest:

„Digitales Schreiben ist eben nicht nur digitalisiertes analoges Schreiben. Es verändert die Art zu denken bzw. Texte gedanklich zu konstruieren.“¹

Jedes soziale Netzwerk hat seine ganz eigenen Dynamiken, die auch nicht jedem zugänglich oder verständlich sind. Aus diesem Grund sind Webstrukturen in der Lage, Hierarchien aufzulösen, Grenzen zu überwinden und ein neues Kommunikationsgefüge zu schaffen.

Kollaboration

Auch der Bereich der Kollaboration, also die intensive Zusammenarbeit, gewinnt in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Entscheidend dafür sind die Akteure selbst. Für eine gelingende Kollaboration müssen die Akteure bereit dazu sein, miteinander zu kollaborieren und sie müssen miteinander vernetzt sein. Mögliche digitale Plattformen für das kollaborative Arbeiten im Unterricht sind zum Beispiel Padlets, vergleichbar mit digitalen Pinnwänden, oder Etherpads, eine Art webbasierte Editoren. 

Kreativität

Die Probleme in unserer pluralistischen, demokratischen, offenen Gesellschaft werden immer komplexer. Sie bedürfen zunehmend kreativer Lösung: Innovationen. Doch Innovationen als mitunter die wichtigsten Verknüpfungen unserer Gesellschaft können nur durch Kreativität entstehen. Kreativität sorgt dafür, dass Wissen in neue Zusammenhänge übertragen wird und führt somit zu Innovation. Im schulischen Bereich lässt sich eine solche Leistung in Form von Projektarbeit umsetzen. 

Kritisches Denken

Kritisches Denken stellt ein weiteres „K“ der „4-K-Skills“ dar. Es besteht darin, in einer global vernetzten Welt Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen der Bildungsinstitution Schule und insbesondere des Deutschunterrichts ist kritisches Denken oftmals gefragt. So beispielsweise, wenn es darum geht einen Zeitungsartikel zu analysieren. Gerade dabei sind die Quellen und die Umstände der Berichterstattung entscheidend und müssen zwingend (kritisch) hinterfragt werden.

Schreibstrategien wie die „Textlupe“ oder das „Über-den-Rand-hinaus-Schreiben“ eignen sich besonders gut, um möglichst viele, wenn nicht sogar alle der „4-K-Skills“, abzudecken. Jedoch sollte man die Methode und die damit einhergehende Förderung der jeweiligen „K“s nach dem Schwerpunkt der Schreibaufgabe auswählen. Dies ermöglicht einen Perspektivwechsel, womit einhergeht, dass die Lernenden bzw. ihre Stärken und Schwächen berücksichtigt werden.

Hintergrund

Die meisten bildungspolitischen Diskussionen widmen sich der Frage, wie das Lernen in Schulen organisiert sein sollte. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, was junge Menschen für das 21. Jahrhundert lernen müssen.
Das Buch „Die vier Dimensionen der Bildung. Was Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen“ gibt eine fundierte Grundlage für Diskussionen rund um die Neugestaltung von Bildungszielen und Curricula. 

Warum Lernen von der Was- und nicht von der Wie-Seite betrachten?

Theoretisches Wissen ist nach wie vor wichtig, jedoch nur noch als Grundlage. Worauf es wirklich ankommt ist, dass Bildungsinstitute den Lernenden helfen, eine Navigation zu entwickeln, um sich in der unsicheren, unbeständigen und mehrdeutigen Welt zurechtzufinden. Die Autoren des Buches heben dabei vor allem Fehler und wie man aus ihnen Lernen kann als wichtigen Bestandteil des Wissenserwerbs hervor. Doch gerade die Fehleranalyse lässt im Schulalltag oftmals zu wünschen übrig. An Klausuren und Tests ist zwar meistens rot markiert und oft auch kommentiert, worin der Fehler lag, doch mal ganz davon abgesehen, dass sich die meisten Schülerinnen und Schüler diese Bemerkung nicht durchlesen, können sie damit oftmals nicht viel anfangen. Häufig ist es auch der Fall, dass die Lehrperson gar keine Zeit hat, ausführlich die Fehler vom letzten Test zu kontrollieren, weil sie mit der Vermittlung des Unterrichtsstoffes vorankommen muss. 

Wo früher der Lernerfolg darin bestand, dass (auswendig) gelernte Wissen aufzusagen, definiert er sich heute darüber, dass bereits bestehende Wissen zu erweitern und auf neuartige Situationen anwenden zu können. In einer Welt, in der man durch Wikipedia jeder Zeit verfügbaren Zugriff auf Wissen ganzer Generationen hat, ist es nicht mehr lohnenswert, Wissen selbst zu besitzen. Es kommt vielmehr darauf an, dieses Wissen anzuwenden in einer sich ständig wandelnden Welt. Die Schöpfung basiert heutzutage auf Neugier, Aufgeschlossenheit, Empfänglichkeit für neues Wissen und der Fähigkeit, Verbindungen zwischen Ideen zu finden, die vorher womöglich nichts miteinander zu tun hatten. Mithilfe der Vorstellungskraft werden bereits bekannte Punkte zu etwas Neuen, Innovativen verbunden. Stichwort hierbei ist die „Versatilität“ oder auch „Vielseitigkeit“

„Versatilisten können fundierte Kenntnisse auf eine ständig wachsende Bandbreite von Situationen und Erfahrungen anwenden. Sie entwickeln dabei neue Kompetenzen, bauen Beziehungen auf und wechseln in neue Rollen.“²

Zusätzlich zu dieser Wandelbarkeit müssen junge Menschen heutzutage noch ganz andere Fähigkeiten besitzen, um in dieser Welt (erfolgreich) zu überleben. Dazu zählt die gemeinsame Arbeit mit anderen Menschen. In den seltensten Fällen entstehen Innovationen als Produkt einer individuellen isolierten Arbeit. Vielmehr sind sie Ergebnis von einem geteilten, vernetzten Wissen. 

Der Hauptpunkt dieser ganzen Betrachtungen ist folgender: Die Lehrpläne in Deutschland sind viel zu ausgedehnt, oberflächlich und überladen mit nicht unbedingt relevanten Inhalten. Solche Lehrpläne dominieren den Schulalltag und das, obwohl die Entwicklung von fundierten Kompetenzen, fortschrittlicher Pädagogik und damit auch die der Kinder behindern.

Die „4-K-Skills“ fördern hingegen unterschiedlichste Aspekte des Lernens. So betonen sie beispielsweise den konstruktivistischen Ansatz des Lernens und die darin enthaltenen Fähigkeiten der Recherche, Diskussion und Übernahme verschiedener Sichtweisen. Daneben bewirken sie auch eine Förderung der sozialen- bzw. Persönlichkeitsaspekte des Lernens. Schließlich wird Wissen oftmals sozial konstruiert. Weiterhin sprechen die „21st Century Skills“ die kreativen Aspekte des Lernens an. Sie dienen der Vermittlung von Wissen durch Machen im Sinne von Erschaffen bzw. Nachmachen. 

Die mit den Skills geförderte Transferleistung gilt als ideale Vorbereitung auf ein zukünftiges Leben. Bei einer Transferleistung kommt es zur Anwendung des Gelernten in einem anderen Kontext als dem bereits bekannten. Im Zuge dessen erfährt auch der Lerntransfer eine höhere Gewichtung. 

„Diese Perspektive definiert Lerntransfer neu als die produktive Nutzung von Fähigkeiten und Motivationen, um Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, in neuartigen Situationen der echten Welt zu lernen bzw. in Lernumgebungen, die reich an Ressourcen und damit viel näher an Herausforderungen des echten Lebens sind.“³

Diese Transferleistung wird den Schülerinnen und Schülern nur ermöglicht, wenn Lernumgebungen die aktive Rolle der Lernenden hervorheben, deren Selbststeuerung erhöhen, ihre Fähigkeiten zur Kommunikation und Reflexion anregen und für sie sozial bedeutsam sind.

Quellen:

[1] Dejan Mihajlovic: „Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken – mehr als Buzzwords“, unter: https://mihajlovicfreiburg.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/ (abgerufen am 29.09.2019).

[2] Charles Fadel, Maya Bialik, Bernie Trilling: Die vier Dimensionen in der Bildung. Was Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen, Hamburg (ZLL21) 2017, S. 3.

[3] Fadel, Bialik, Trilling: Die vier Dimensionen der Bildung, S. 123.

Digitales Kennenlernen mit Emojis & Co.

Smartphones gehören bei vielen Menschen zum alltäglichen Leben dazu – vor allem bei Jugendlichen. Gemeinsam mit unzähligen sozialen Medien bieten sie die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichsten Arten auszudrücken, mitzuteilen und darzustellen. 
Doch wir hinterlassen mit unseren Smartphones nicht nur Spuren im Netz. Auch unsere Screens an sich zeigen Muster der digitalen Kommunikation und Benutzung. 
Als Teil unserer digitalen Identität geben Smartphones also an so einigen Stellen Aufschluss über die Persönlichkeit
Aus diesem Grund bieten sie sich bestens für ein (digitales) Kennenlernen im schulischen Rahmen an. 

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Der Homescreen als Ausgangspunkt für Diskussionen und Vergleiche

Der Eine hat 1000 unbeantwortete E-Mails. Bei dem Anderen findet man drei Wetter-Apps auf dem Homescreen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Homescreen zu gestalten und den eigenen, persönlichen Wünschen sowie Anforderungen anzupassen. Aus diesem Grund kann er sehr viel Aufschluss über einen Menschen geben. 
Eine Möglichkeit, den Homescreen in den Unterricht zu integrieren, wäre, einen Screenshot davon über den Beamer zu zeigen und dann raten zu lassen, wem dieser zugeordnet werden kann. Dies bietet sich beispielsweise als Einstieg in eine Diskussion über die Verwendungsweisen von Smartphones an. 

Emojis als Persönlichkeitsindikatoren

Ähnlich wie bei den Homescreens könnte man auch bei den Emojis vorgehen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Zusammenhang zwischen den verwendeten Emojis und Charaktermerkmalen der betreffenden Person. 
Weiterhin wäre auch eine Art Horoskop mithilfe der zuletzt verwendeten Emojis denkbar beispielsweise ein Ferien-Horoskop. Dabei erstellen sich zwei Schüler*innen ein Horoskop für den/die jeweils anderen/andere anhand dessen/derer zuletzt verwendeter Emojis. Am Ende stellen sie sich die Horoskope gegenseitig vor. Möglich wäre auch eine Präsentation im Plenum. 

Eine ähnliche Vorgehensweise wäre auch mit den zuletzt verwendeten GIFs denkbar.

Hintergrund

Anlass für die Debatte rund um Emojis und Persönlichkeit ist eine Studie der Edge Hill University. Diese geht davon aus, dass Emojis als feste Bestandteile unserer digitalen Kommunikation zu betrachten sind. Sie helfen dem Leser zweideutige Nachrichten zu verstehen sowie eigene Emotionen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Aber jeder Benutzer verwendet und interpretiert diese Symbole auf eine ganz eigene Art und Weise.

Um dem möglichen Zusammenhang zwischen der Emoji-Benutzung und der Persönlichkeit auf die Schliche zu kommen, befragten die Forscher eine Gruppe von Studenten einerseits zu ihrer digitalen Kommunikation und andererseits bezüglich ihrer Persönlichkeit. 

Ergebnisse der Studie

Es stellte sich heraus, dass Menschen, die sich selbst als sozial und umgänglich einschätzten, eher dazu tendieren, Emojis zu verwenden. Den Grund dafür vermuten die Forscher darin, dass sich solche Menschen in der digitalen Welt quasi wohlfühlen und daher eher dazu geneigt sind, ihre Persönlichkeit durch Emojis auszudrücken.
Menschen, die sich dagegen weniger Gedanken darüber machen, wie sie auf andere wirken, tendieren eher dazu, traurige Emojis zu verwenden. Dieses Verhalten ist damit zu begründen, dass solche Menschen mehr damit beschäftigt sind beispielsweise ihre Traurigkeit auszudrücken, als sich darüber Gedanken zu machen, wie dies auf andere wirken könnte. 

Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass in förmlichen Kontexten deutlich weniger Emojis benutzt werden als in sozialen Medien. 

Viele der Befragten sagten aus, dass Emojis ihnen helfen, zweideutige Nachrichten zu verstehen oder sich selbst auszudrücken. In diesem Zusammenhang wäre eine Anwendung von Emojis im Rahmen der Arbeit mit autistischen Menschen denkbar. 

 Außerdem wurden Menschen, die Emojis benutzten, häufig als sozial und umgänglich eingeschätzt.

Fazit

Die Studie zeigt also, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und den verwendeten Emojis besteht. Sie sind im weitesten Sinne ein Spiegel unserer Selbst. Deshalb ist es durchaus angebracht, Emojis in den Unterricht zu integrieren und über ihre Verwendung zu reflektieren

Instagram im Literaturunterricht

Instagram ist aus dem Alltag vieler Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Das soziale Netzwerk gehört für sie zum täglichen Leben dazu wie das Zähneputzen. Warum sollte man sich also diese Plattform und ihre zahlreichen Features nicht auch als Lehrer*innen zu Nutze machen?

Instagram als Kommunikationstool

Seit dem Jahre 2010 ist Instagram auf dem Markt. 2012 wurde die App schließlich von Facebook aufgekauft. Seither erfreut sich die Onlineplattform zunehmender Beliebtheit, vor allem bei jungen Menschen. Und nicht nur das, der Marktwert der App schoss rasant in die Höhe und wächst auch weiterhin an. Kein Wunder, denkt man an die zahlreichen Influencer, die auf Instagram für alle möglichen Marken werben und damit Millionen verdienen. 

Doch Instagram ist viel mehr als eine Dauerwerbesendung. Für die jungen Menschen von heute ist die Plattform eines der Hauptkommunikationsmittel. Der eigene Instagram-Account ist einerseits Ausdruck der Persönlichkeit und andererseits Anzeige der Gruppenzugehörigkeit. Dazu bietet die Onlineplattform auch zahlreiche Möglichkeiten. Mithilfe von Filtern, Bildunterschriften, Likes, Kommentaren, Stories und, und, und bewegen sich die Jugendlichen durch ein riesengroßes Fotoarchiv.  Jeder verwendete Smiley, jedes gepostetes Bild wird genauestens unter die Lupe genommen und bewertet. Die Anzahl von Likes, Kommentaren oder Abonennten ist nicht nur für Influencer und die, die es werden wollen, von großer Bedeutung. Auch viele Jugendliche messen daran ihren eigenen Wert, ihre eigene Beliebtheit. 

Instagram als Möglichkeit des visuellen Literaturzugangs

Auch für Schulzwecke kann die Nutzung von Instagram sehr lehrreich sein. Allen voran sind die Lernenden meist mit der App und ihrer Nutzung schon bestens vertraut. Das erleichtert die weitere Arbeit damit im Unterricht. Außerdem ist es wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Nutzungsgewohnheiten zu sprechen und zu reflektieren. Denn auch, wenn Instagram auf den ersten Blick sehr oberflächlich zu sein scheint, steckt oftmals doch noch viel mehr dahinter. 

Figurenaccount

Die Erstellung eines Figurenaccounts könnte beispielsweise im Rahmen von Lesetagebüchern verwendet werden. Dabei kann die Klasse verschiedene Instagram-Accounts erstellen, die dann aus der Sicht der Figuren betrieben werden. Somit wird beispielsweise der Protagonist oder die Protagonistin zum Leben erweckt. Sie oder er kann beispielsweise Bilder von Orten machen, in Stories ihren bzw. seinen Tagesablauf zeigen sowie über Kommentare und Bildunterschriften sich selbst ausdrücken. Das Gelesene wird mithilfe der Onlineplattform visualisiert. Texte und Bilder werden miteinander verknüpft. 

Figurenrede

Eine Steigerung bzw. Erweiterung des Figurenaccounts besteht darin, die Figuren über Instagram miteinander kommunizieren zu lassen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei jedoch recht hoch angesetzt. Doch es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern auch, sich in die Figur und in das Geschehen besser hineinzuversetzen. Auch die Motive einer Figur werden damit verdeutlicht.

Abschließende Bemerkung

Die Nutzung von sozialen Medien wird an vielen Schulen kontrovers diskutiert und ist sogar an einigen verboten. Die Bundesländer haben dazu sehr unterschiedliche Regelungen. Aus diesem Grund sollte man sich als Lehrperson vorher dahingehend informieren. 
Trotz allem bietet Instagram für die Verwendung im Literaturunterricht einige Chancen. So kann beispielsweise Wertschätzung für eine erbrachte Leistung ganz anders gezeigt werden in Form von Likes oder Kommentaren

Alternative Zugänge zur Lyrik

Viele Schülerinnen und Schüler quälen sich durch den Lyrikunterricht – verständlich. Diese ganzen stilistischen Mittel, die man sich merken muss. Das kann schon wirklich sehr nervig und anstrengend sein, vor allem, wenn man darauf so gar keine Lust hat. Und dann muss man sich auch noch das gefühlt zehnte Gedicht von Rilke durchlesen und irgendetwas hineininterpretieren, in der Hoffnung, dass der Lehrer das auch so sieht. 
Alleine, wenn man die obigen Zeilen liest, wird man schon demotiviert. Ein Grund mehr, sich als (künftige) Lehrperson über alternative Zugänge zur Lyrik zu informieren. Da seid Ihr hier genau richtig!

Rap im Unterricht

In unserer Gesellschaft wird Rap oftmals assoziiert mit gewalttätigen, drogendealenden Proleten in Gucciklamotten, sie sich gegenseitig anpöbeln. Zugegebenermaßen gibt es auch einige Deutschrapper, die genau dieses Bild absichtlich vermitteln wollen. Doch in diesem Sprechgesang steckt noch so vieles mehr als das.

Rap bietet generell eine schülerorientierte Zugangsvariante zum Thema Lyrik, denn er knüpft einerseits an die Erlebniswelt der Jugendlichen an und verbindet andererseits kognitive sowie emotionale Elemente miteinander. Aus diesem Grund ist er enorm ertragreich für den literarischen, kulturellen und fächerübergreifenden Deutschunterricht. Darüber hinaus bietet er Zugänge zu anderen literarischen Formen wie Parabeln oder Texterörterung.
Heutige Raptexte sind nicht nur auf die literarischen Grundthemen wie Liebe, Beziehung oder Identitätssuche beschränkt. Vielmehr weisen sie mehrdimensionale Themen auf wie beispielsweise Jugendarmut, Geldnot oder neue Medien. Diese Vielfalt an Themen erleichtert es den Schülerinnen und Schülern, emotionale Zugänge zu finden, welche sehr motivierend für den weiteren Verlauf des Unterrichts wirken. 
Der Sprechgesang ist vor allem in der heutigen Jugendkultur allgegenwärtig und entwickelt sich stets weiter. Im Deutschunterricht eröffnen sich dadurch ganz viele, neue Möglichkeiten. Auch Essays über die rhetorischen Umkreise eines Themas bzw. Motivs oder über die gesellschaftliche Entwicklung wären denkbar.

Schaut man sich die deutschen Charts an, liest man unter den Top 10 oftmals Namen wie Capital Bra, Samra oder Loredana. Doch vor allem diese Künstlerinnen und Künstler bzw. ihre Songs bieten nicht gerade die beste Grundlage für eine Integration in den Lyrikunterricht. Der Grund sind die in vielen gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texte. Mal ganz davon abgesehen, dass auch der ästhetische Anspruch nicht immer gegeben ist. Doch genau das hören sich die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit nun mal an, singen die Texte mit und übernehmen Passagen in ihren WhatsApp-Status. Dabei denken sie oft nicht darüber nach, was eigentlich hinter diesen Worten steckt. Ziel eines integrativen Deutschunterrichts sollte es jedoch sein, die Schülerinnen und Schüler für Sprache zu sensibilisieren. Deshalb sollte man als Lehrperson nicht vor solchen Texten zurückschrecken. Im Gegenteil, man sollte sie, an gegebener Stelle, in den Deutschunterricht integrieren und die Lernenden für die verwendeten Worte sowie deren Inhalt sensibilisieren. 

Quelle und weitere Infos zum Thema: 

https://bobblume.de/2014/03/17/rap-im-unterricht-wir-holn-zurueck-was-uns-gehoert/