Urheberrechte – Creative Commons

Wir leben in einer Zeit, in der Daten schneller als je zuvor transferiert werden können. Bilder, Videos und Texte werden in Sekundenschnelle vom einen Ende der Welt an das andere gesendet. Doch nicht selten werden dabei auch Urheberrechtsverletzungen begangen und das kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. 
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, als Privatperson, aber vor allem als (zukünftige) Lehrkraft, über die geltende Urheberrechte bzw. deren Referenzierung informiert zu sein.

Creative Commons (abgekürzt CC; englisch für schöpferisches Gemeingut) ist eine gemeinnützige Organisation, die sechs Lizenzmodelle ausgearbeitet hat, welche es auf einfache, standardisierte Art und Weise ermöglichen, die Erlaubnis zur Nutzung und Verbreitung (ggf. Weiterverarbeitung) eines urheberrechtlich geschützten Werkes zu erteilen.

Quelle: Creative Commons von Melanie Grießer, Ulrike Grabe, Jennifer Richter, Jennifer Olearczyk/@LLZ (CC BY SA 4.0)

Quelle: Creative Commons Cheat Sheat von Melanie Grießer/@LLZ (CC BY 4.0)

Funktion

Die Kennzeichnung mit CC-Lizenzen bietet einerseits Internetnutzern mehr Sicherheit bei der Verwendung bzw. Veröffentlichung digitaler Inhalte. Andererseits können Urheber die Lizenzverträge von Creative Commons verwenden, um die Nutzungsrechte ihrer Werke klarzustellen.

Lizenzmodelle der Creative Commons

Quelle: Creative Commons von Melanie Grießer, Ulrike Grabe, Jennifer Richter, Jennifer Olearczyk/@LLZ (CC BY SA 4.0)

Werke unter den Lizenzen BY (Namensnennung), BY SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) BY NC (nicht kommerziell) und BY NC SA können bearbeitet und mit anderen Werken kombiniert werden. Ist ein Werk mit dem Zusatz „SA“ gekennzeichnet, müssen alle daraus entstandenen Werke mit der gleichen Lizenz gekennzeichnet werden. 

Beispiele für die Kennzeichnung mit CC

Bild mit CC BY 2.0

Quelle: Wildpferde Tripsdrill von Robin Müller (CC BY SA 2.0)

Kennzeichnung:

  • Titel mit hinterlegten Link zur Quelle des Bildes 
  • Name des Urhebers
  • Lizenz mit hinterlegten Link zum Inhalt der Lizenz (von Creative Commons)

CC BY SA 2.0 

  • Weiterverwendung, Bearbeitung unter gleichen Bedingungen
  • Namensnennung 

Bild von Wikipedia

Quelle: Apollo Theater Harlem NYC 2010 von Hans Joachim Dudeck (CC BY NC ND 3.0)

Kennzeichnung:

  • Titel mit hinterlegten Link zur Quelle des Bildes 
  • Name des Urhebers
  • Lizenz mit hinterlegten Link zum Inhalt der Lizenz (von Creative Commons)
  • Änderung nicht genannt, da keine vorgenommen wurden (ansonsten nötig)

CC BY NC ND 3.0

  •  Namensnennung
  •  Vorgenommene Änderungen (bei Bedarf)
  •  Nicht für kommerzielle Zwecke
  •  Keine Bearbeitung

Aus „Description“ wurde der Titel des Werkes entnommen

Unter „Licensing“ findet man Informationen zur richtigen Referenzierung wie den Namen des Urhebers, die Art der Lizenz und einen Link zur Lizenzbeschreibung von Creative Commons.

Mögliche Änderungen, die an dem Werk vorgenommen wurden, würde man unter „File history“ finden. Bei diesem Bild ist das jedoch nicht der Fall. 

Anlaufstellen für lizenzfreie Bilder

Mit gut 39 Millionen Bilddateien gehört Wikimedia Commons zu den wichtigsten Anlaufstellen für freie Bilder. Die Qualität ist bei der Vielzahl an Inhalten durchmischt, aber wer sucht, wird meistens fündig. Durch Kooperationen mit weiteren Einrichtungen sind einige besonders interessante Sammlungen bei Wikimedia Commons verfügbar – zum Beispiel aus dem Bundesarchiv, der Deutschen Fotothek oder dem Fundus der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die bei Wikimedia Commons hochgeladenen Inhalte stehen zum Großteil unter Creative-Commons-Lizenzen oder sind gemeinfrei. Die Beschreibungsseite der jeweiligen Datei zeigt das im Detail. Beim Weiterverwenden der Inhalte hilft die Seite lizenzhinweisgenerator.de: Wird der Link zu einer Wikipedia- oder Bildseite dort eingefügt, zeigt das Werkzeug die nötigen Angaben an.

Bei Flickr erlaubt es die erweiterte Suche, die Ergebnisse auf frei verwendbare Bilder einzugrenzen. Etwa zwei Drittel der auf Flickr unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Bilder sind mit dem Baustein „keine kommerzielle Nutzung“ (Non-commercial, NC) versehen. Was darunter zu verstehen ist, ist nicht immer eindeutig. Es empfiehlt sich, Inhalte mit dieser Bedingung nur dann zu verwenden, wenn es sich ohne Zweifel um nicht-kommerzielle Nutzungen handelt.

Flickr hat auch eine eigene „Commons“-Rubrik mit Suchfunktion. Dort sind Fotos und andere digitalisierte Inhalte versammelt, an denen keine Urheberrechte mehr bestehen. Sie stammen von Archiven, Museen und weiteren Organisationen, die am Programm teilnehmen – etwa der British Library, der Library of Congress oder der NASA.

Über den Katalog für Drucke und Fotografien der Library of Congress sind viele Werke und Sammlungen der Bibliothek auch digitalisiert verfügbar. Ein großer Teil davon, aber nicht alle Inhalte, sind gemeinfrei, teilweise ist die Rechtslage auch nicht ganz eindeutig – ein Blick auf die Detailbeschreibungen und die Informationen der Library of Congress gibt Hinweise.

Auf Pixabay finden sich derzeit gut 1,2 Millionen Bilder. Die Plattform aus Ulm versteht sich als kostenlose, aber hochwertige Alternative zu Stockfoto-Anbietern, deren typischer Ästhetik viele der dort veröffentlichten Bilder folgen. Die einzelnen Bilder lassen sich durch die CC0-Freigabe ohne weitere Bedingungen verwenden; zusätzlich blendet der Bezahldienst Shutterstock eigene Fotos als Werbung ein. Weitere Informationen finden sich in den Nutzungsbedingungen.

Ähnlich wie Flickr versteht sich 500px aus Kanada als Foto-Community und bietet Fotografen unter anderem Verkaufsfunktionen für ihre Bilder. Die Suchergebnisse lassen sich auf unterschiedliche Creative-Commons-Lizenzen oder die CC0-Freigabe einschränken. Gut 850.000 Bilder sind entsprechend freigegeben. Das sind zwar deutlich weniger als bei Flickr, allerdings sind sie oftmals gut ausgewählt.

Das New Yorker Metropolitan Museum gilt als größtes Kunstmuseum der USA. Einen Teil seiner Sammlung hat das Met digitalisiert und online verfügbar gemacht. Anfang 2017 hat das Museum ein Open-Access-Programm gestartet und vormals geltende Beschränkungen bei der weiteren Verwendung weitgehend abgeschafft. Derzeit sind gut 210.000 von knapp 450.000 Einträgen im Onlinekatalog mit der CC0-Freigabe gekennzeichnet.

Im Unterschied zu komplexen Werkzeugen wie der Suche des Internet Archive verspricht die Google-Bildersuche mehr Komfort und lässt sich als Workaround einsetzen. Mit der allgemeinen Websuche kann die Bildersuche aber nicht mithalten: Viele freie Inhalte im Netz scheinen die Googlebots bislang übersehen zu haben. Die Auswahl zu den Nutzungsrechten führt auf diejenigen Bilder, die zur Verwendung freigeben sind, und entspricht den verschiedenen Lizenzbausteinen von Creative Commons.

Auch „CC Search“ von Creative Commons oder der Dienst Visualhunt arbeiten an einer plattformübergreifenden Suche für freie Bilder. Da es sich um frühe, teils fehlerbehaftete Versionen handelt, sind sie jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen.

Pexels 

Unsplash

Quelle für den Blogbeitrag: Creative Commons von Melanie Grießer, Ulrike Grabe, Jennifer Richter, Jennifer Olearczyk/@LLZ (CC BY SA 4.0)

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