Tool-Vorstellung: Mentimeter

Der klassische Frontalunterricht mit Tafelbild oder etwas moderner mit PowerPoint Präsentation kann auf Schülerinnen und Schüler manchmal einschläfernd, nahezu lähmend wirken. Aber mal ganz ehrlich, uns Studierenden geht es doch auch nicht anders. Wer schweift denn nicht ab, wenn der Prof seine drölfzigste Folie präsentiert und in der immer gleichen, monotonen Stimme den darauf befindlichen Text abliest?
Von daher können wir das den Lernenden nicht übelnehmen. Aber als zukünftige Lehrkräfte haben wir die Möglichkeit, eine solch passive Präsentationsform in eine aktive umzugestalten und das nicht zuletzt mithilfe digitaler Unterstützung.
Eine Möglichkeit, die Lernenden aktiv in den Unterricht miteinzubeziehen, besteht in der Anwendung von Mentimeter.

Mentimeter – Was ist das?

Mentimeter ist ein kostenfreies Abstimmungs- sowie Brainstorming-Tool, welches eine Vielzahl an interaktiven Möglichkeiten bietet.

Wie funktioniert es?

Um dieses Tool verwenden zu können, muss man sich zunächst auf der Website anmelden. In der kostenfreien Basisvariante können dann unbegrenzt viele Präsentationen angelegt werden. Jeweils zwei Fragen und fünf Quizze können in eine Präsentation eingebunden werden.
Im Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler dann einen Zugangscode, der stets auf den Mentimeter-Folien präsent ist. So können sie die im Vorfeld erstellten Fragen beantworten. Alle Änderungen sind dabei live nachzuverfolgen.

Die Nutzung dieser Plattform hat den großen Vorteil, dass die Lernenden sich nicht registrieren müssen, um Mentimeter nutzen zu können. Um sich an den Fragen und Abstimmungen beteiligen zu können, werden lediglich Smartphones, Tablets oder Laptops benötigt. Außerdem lassen sich die Ergebnisse der Befragungen exportieren und stehen somit für weitere Unterrichtszwecke zur Verfügung.

Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzlich hängt die Einbindung solch digitaler Tools wie Mentimeter in den Unterricht davon ab, welche Ziele damit erreicht werden sollen: Möchte ich mit den Lernenden in eine Diskussion treten? Oder möchte ich Feedback zu einem Referat einholen?
Da Mentimeter so unglaublich viele Nutzungsmöglichkeiten bereithält, erfolgt an dieser Stelle nur eine beispielhafte Vorstellung, wie die Plattform zu Unterrichtszwecken eingesetzt werden kann.

Dieser Fragetyp kann bei Mentimeter verwendet werden, um eine Live-Voiting durchzuführen. Ein solchen Voiting kann beispielsweise dazu dienen, den individuellen Lern- oder Erfahrungsstand der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln. Darüber hinaus lässt sich aber auch das Vorwissen der Lernenden zu speziellen Themenschwerpunkten über eine solche Befragung feststellen.

Gesprächsbeiträge oder aber auch Fragen lassen sich über diesen Fragetyp besonders gut darstellen. Dabei wird im Vorfeld festgelegt, ob die Teilnehmenden nur einen oder gleich mehrere Beiträge versenden können. Denkbar wäre es, auf diese Weise Fragen zu einem Referat zu sammeln oder ein kurzes Feedback zu einer Präsentation zu geben. Dieses Feedback kann anschließend im Plenum noch einmal detailliert besprochen werden. Zudem wird den Vortragenden die Möglichkeit eingeräumt, spontan auf Fragen zu reagieren bzw. diese an passender Stelle während des Vortrages aufzugreifen.

Diese Anwendung bietet als Fragetyp den Lernenden die Möglichkeit, ihre Antworten zu sammeln sowie zu visualisieren. Dabei werden besonders häufig vorkommende Antworten größer dargestellt. Dadurch können Schwerpunkte für einen Gesprächseinstieg schnell ausfindig gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Häufigkeit von Antworten generell zu diskutieren. Hinzukommt, dass die Art des Impulses frei gestaltet werden kann. Das bedeutet, dass die Frage entweder auf ein bestimmtes Themengebiet eingegrenzt werden kann oder, man verwendet den Impuls, um Assoziationen zu einem Thema zu sammeln. Dieser Fragetyp bietet unzählige Möglichkeiten, die völlig frei verwendet werden können.

Fazit

Die Plattform Mentimeter ist in einer Vielzahl von denkbaren Lehr- und Lernszenarien einsetzbar und kann für vielfältige Ziele des Unterrichts verwendet werden. Vor allem die unkomplizierte Benutzung, ohne zeitintensive Einarbeitung, stellt einen großen Vorteil dar. Darüber hinaus ist die Darstellung der verschiedenen Fragetypen ansprechend und kann bei Bedarf personalisiert werden. Obwohl die Anfertigung einer Präsentation bisher nur auf Englisch möglich ist, überzeugt Mentimeter durch eine intuitive Benutzeroberfläche, sodass man auch mit grundlegenden Englischkenntnissen und ohne weitere Probleme damit arbeiten kann. Da die Einschränkungen der kostenlosen Basisvariante nicht gravierend sind, muss man sich nicht unbedingt die kostenpflichtige Pro-Version holen.
Alles in allem bietet Mentimeter für den Einsatz in der Schule unzählige Benutzungsmöglichkeiten und ist zudem kinderleicht anzuwenden.
Probiert es doch einfach mal selbst aus!

Liebe Studierende,

das ZLB sucht im Rahmen des am ZLB angesiedelten Projektes DiSPra “Digitale Verzahnung von Studium und Praxis” nach Studierenden im Fach Deutsch, die an einer zusätzlichen schulischen Praxiserfahrung interessiert und geeignet sind (das SP1 bereits absolviert haben).

Ziel des Projekts ist, dass Studierende als Co-Teaching-Team den Unterrichts eines Berufseinsteigers am Neuen städtischen Gymnasium Halle für eine Woche übernehmen. (23.03. – 27.03.2020)

Der pädagogisch begründete Einsatz digitaler Technologien im Fachunterricht steht inhaltlich im Fokus dieser Lerngruppen. Das Innovationspotential digitaler Medien für Unterricht soll dabei untersucht und erprobt werden. Im Rahmen einer didaktisch-übergreifenden Aufgabenstellung werden sich die Studierenden mit der Frage befassen, wie die Nutzung digitaler Medien den Unterrichtsalltag beeinflusst und verändert. Das Projekt bietet Studierenden nach bereits absolvierten SPÜ und Schulpraktikum I und/oder II im Rahmen eines Zertifikatskurses (50 Stunden, blended learning, Beginn Wintersemester 19/20) die Möglichkeit, sich mit Fragen rund um das Thema “Bildung unter den Bedingungen der Digitalität” auseinanderzusetzen, ihre Kompetenzen zu erproben, zu reflektieren und zu bewerten.

Gesucht werden 6 Studierende. Beginn des Projektes ist Ende Oktober 2019. Bitte melden Sie sich bei Dr. Reichelt, wenn Sie Interesse haben (michael.reichelt@germanistik.uni-halle.de). Bei Fragen können Sie sich auch gern an Frau Bieler im ZLB (ines.bieler@zlb.uni-halle.de) wenden.

Nachrichtenkompetenz – Kinder und Jugendliche sicher durch die Informationsflut navigieren

Facebook, Instagram und Twitter bieten unzählige Möglichkeiten, sich mitzuteilen, zu vernetzen und auszutauschen. Für viele Kinder und Jugendliche gehören diese sozialen Medien zur alltäglichen Lebenswelt dazu wie das Zähneputzen. Eine Welt ohne Internet ist für die Schülerinnen und Schüler von heute gar nicht mehr vorstellbar. Sie bekommen ihre Nachrichten aus sozialen Netzwerken und informieren sich auf Blogs über die neusten Ereignisse.

Doch gerade dadurch werden diese jungen Menschen vor eine ganz neue Herausforderung gestellt: Sie müssen selbst Informationen, Quellen etc. prüfen. Darin liegt auch gleichzeitig die Gefahr, dass die Kinder und Jugendlichen auf bewusst gestreute Falschmeldungen, sogenannte Fakenews, reinfallen.

Diese Fakenews können Vorurteile schüren, Menschen aufhetzen und im schlimmsten Fall Wahlen beeinflussen. So sind sie spätestens seit dem US-Wahlkampf 2016 in aller Munde.

Obwohl das Thema „Nachrichtenkompetenz“ allen Anschein ein sehr wichtiges ist, findet es in der Bildungspolitik nach wie vor nicht genügend Beachtung. Das belegt auch die Studie „Nachrichtenkompetenz durch die Schule“, die von 2015 bis 2017 am Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden durchgeführt wurde.

„Nachrichtenkompetenz“ – Was ist das überhaupt?

Die Fähigkeit, journalistische Inhalte verstehen, kritisch beurteilen und effektiv nutzen zu können, bezeichnet man als „Nachrichtenkompetenz“. Sie ist nötig, um aus der Flut an Inhalten verlässliche Informationen herauszufiltern und sich auf Basis dessen eine fundierte Meinung zu gesellschaftlichen Prozessen bilden zu können. Damit bildet sie die Grundlage für ein funktionierendes, demokratisches Gemeinwesen.

Ergebnisse der Studie

In der Studie wurden Vorgaben der Kultusministerkonferenz, Lehrpläne, Schulbücher, Projektbeschreibungen von Landesmedienanstalten sowie Studienverordnungen von Lehramtsstudiengängen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig:

Kinder und Jugendliche werden in der Schule mangelhaft auf den kompetenten Umgang mit Informationen und Nachrichten vorbereitet.

So gehen beispielsweise die Vorgaben der Kultusministerkonferenz kaum auf den kompetenten Umgang mit Medien im Kontext von Information und Meinungsbildung ein.
Auch weniger als die Hälfte der untersuchten Lehrpläne thematisieren Aspekte der Nachrichtenkompetenz. Sie konzentrieren sich hingegen auf die Vermittlung von Grundlagenwissen sowie auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit journalistischen Inhalten.
In Schulbüchern wird der Nachrichtenkompetenz ein deutlich höherer Stellenwert zugeschrieben. Trotzdem kommt die öffentliche Aufgabe der Medien und deren Rolle für die freie Meinungsbildung sowie die digitalen Wege der Nachrichtenvermittlung zu kurz.

Zusammenfassend werden die untersuchten Vorgaben und Materialen dem aktuellen Nachrichtennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht gerecht.

Vor allem die gesellschaftliche Relevanz von Nachrichten sowie die Bedeutung der Nachrichtennutzung für die eigene Informiertheit werden stark vernachlässigt. Darüber hinaus führt die fehlende Thematisierung von Nachrichtenkompetenz in der Lehrerausbildung zu Wissenslücken zukünftiger Lehrkräfte.

Im Anbetracht der mangelnden Voraussetzungen für eine nachrichtenkompetente Ausbildung in der Schule hängt dementsprechend die tatsächliche Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit journalistischen Inhalten im Schulunterricht stark von dem individuellen Engagement und Wissensstand der Lehrkräfte ab.  

Hürde Informationsbewertung überwinden

Die Studie „Gerüchte im Netz: Wie bewerten Jugendliche Informationen aus dem Internet?“ des österreichischen Instituts für Jugendkulturforschung zeigt, dass Informationsbewertung für viele junge Menschen eine echte Herausforderung darstellt. 61 Prozent der Befragten stimmte so ab. Weiterhin gaben 86 Prozent der Befragten an, Falschmeldungen nicht immer erkennen zu können. Diese Zahlen zeigen, dass Lehrkräfte das Thema „Nachrichtenkompetenz“ insgesamt stärker im Unterricht aufgreifen müssen.

Ein möglicher Zugang besteht in Diskussionen über die aktuelle Nachrichtenlage. Anhand der aktuellen Themen kann man dann gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern reflektieren, wie sie überhaupt zu den Informationen gekommen sind und welche Schritte der Recherche sie unternommen haben. Daran lässt sich dann wunderbar das Thema „Fake News“ anknüpfen.

Wichtig ist, den Lernenden zu vermitteln, welche Absichten hinter der Verbreitung von Fake News stecken und in welcher Form ihnen solch manipulierende Informationen begegnen können. Weiterhin sollten Kinder und Jugendliche Kriterien an die Hand bekommen, um den Wahrheitsgehalt von Informationen prüfen zu können.

Weitere hilfreiche Links, um das Thema „Nachrichtenkompetenz“ im Unterricht aufzugreifen:

Herzlich Willkommen, liebe Erstis!

Wenn Ihr ab dem kommenden Wintersemester Deutsch auf Sekundarschul- oder Gymnasiallehramt an der MLU studiert, dann seid Ihr hier genau richtig!

Ihr befindet Euch gerade auf dem Blog der Deutschdidaktik. Hier findet Ihr alle Informationen, die Ihr für Euer Studium im Fach Deutsch so braucht:

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Wenn die Erstis das erste Mal den Campus betreten

Wir freuen uns auf Euch!

21st Century Skills – Was die Lernenden von heute wirklich brauchen

Die „21st Century Skills“ beinhalten Kompetenzen, die notwendig sind, um junge Menschen auf die immer komplexer werdenden Probleme einer demokratischen, offenen, freien und pluralistischen Gesellschaft vorzubereiten. Auf diese Weise sollen die sogenannten „4-K-Skills“ junge Menschen ideal für die Zukunft rüsten. Doch was genau steckt dahinter?
In diesem Artikel möchten wir Euch die wichtigsten Skills „Kommunikation“, „Kreativität“, „kritisches Denken“ sowie „Kollaboration“ vorstellen und einige (digitale) Anwendungsbeispiele aufzeigen.

Vorstellung der einzelnen Skills

Kommunikation

Man könnte hinterfragen, warum ausgerechnet Kommunikation einen dieser bedeutenden 4-K-Skills darstellt. Schließlich möchte man meinen, dass man jeden Tag miteinander kommuniziert, insofern man die Sprache beherrscht. Doch Kommunikation und ihre Anforderungen haben sich in den letzten Jahren gravierend verändert. So stellt beispielsweise Dejan Mihajlovic in einem Beitrag auf seinem Blog fest:

„Digitales Schreiben ist eben nicht nur digitalisiertes analoges Schreiben. Es verändert die Art zu denken bzw. Texte gedanklich zu konstruieren.“¹

Jedes soziale Netzwerk hat seine ganz eigenen Dynamiken, die auch nicht jedem zugänglich oder verständlich sind. Aus diesem Grund sind Webstrukturen in der Lage, Hierarchien aufzulösen, Grenzen zu überwinden und ein neues Kommunikationsgefüge zu schaffen.

Kollaboration

Auch der Bereich der Kollaboration, also die intensive Zusammenarbeit, gewinnt in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Entscheidend dafür sind die Akteure selbst. Für eine gelingende Kollaboration müssen die Akteure bereit dazu sein, miteinander zu kollaborieren und sie müssen miteinander vernetzt sein. Mögliche digitale Plattformen für das kollaborative Arbeiten im Unterricht sind zum Beispiel Padlets, vergleichbar mit digitalen Pinnwänden, oder Etherpads, eine Art webbasierte Editoren. 

Kreativität

Die Probleme in unserer pluralistischen, demokratischen, offenen Gesellschaft werden immer komplexer. Sie bedürfen zunehmend kreativer Lösung: Innovationen. Doch Innovationen als mitunter die wichtigsten Verknüpfungen unserer Gesellschaft können nur durch Kreativität entstehen. Kreativität sorgt dafür, dass Wissen in neue Zusammenhänge übertragen wird und führt somit zu Innovation. Im schulischen Bereich lässt sich eine solche Leistung in Form von Projektarbeit umsetzen. 

Kritisches Denken

Kritisches Denken stellt ein weiteres „K“ der „4-K-Skills“ dar. Es besteht darin, in einer global vernetzten Welt Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen der Bildungsinstitution Schule und insbesondere des Deutschunterrichts ist kritisches Denken oftmals gefragt. So beispielsweise, wenn es darum geht einen Zeitungsartikel zu analysieren. Gerade dabei sind die Quellen und die Umstände der Berichterstattung entscheidend und müssen zwingend (kritisch) hinterfragt werden.

Schreibstrategien wie die „Textlupe“ oder das „Über-den-Rand-hinaus-Schreiben“ eignen sich besonders gut, um möglichst viele, wenn nicht sogar alle der „4-K-Skills“, abzudecken. Jedoch sollte man die Methode und die damit einhergehende Förderung der jeweiligen „K“s nach dem Schwerpunkt der Schreibaufgabe auswählen. Dies ermöglicht einen Perspektivwechsel, womit einhergeht, dass die Lernenden bzw. ihre Stärken und Schwächen berücksichtigt werden.

Hintergrund

Die meisten bildungspolitischen Diskussionen widmen sich der Frage, wie das Lernen in Schulen organisiert sein sollte. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, was junge Menschen für das 21. Jahrhundert lernen müssen.
Das Buch „Die vier Dimensionen der Bildung. Was Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen“ gibt eine fundierte Grundlage für Diskussionen rund um die Neugestaltung von Bildungszielen und Curricula. 

Warum Lernen von der Was- und nicht von der Wie-Seite betrachten?

Theoretisches Wissen ist nach wie vor wichtig, jedoch nur noch als Grundlage. Worauf es wirklich ankommt ist, dass Bildungsinstitute den Lernenden helfen, eine Navigation zu entwickeln, um sich in der unsicheren, unbeständigen und mehrdeutigen Welt zurechtzufinden. Die Autoren des Buches heben dabei vor allem Fehler und wie man aus ihnen Lernen kann als wichtigen Bestandteil des Wissenserwerbs hervor. Doch gerade die Fehleranalyse lässt im Schulalltag oftmals zu wünschen übrig. An Klausuren und Tests ist zwar meistens rot markiert und oft auch kommentiert, worin der Fehler lag, doch mal ganz davon abgesehen, dass sich die meisten Schülerinnen und Schüler diese Bemerkung nicht durchlesen, können sie damit oftmals nicht viel anfangen. Häufig ist es auch der Fall, dass die Lehrperson gar keine Zeit hat, ausführlich die Fehler vom letzten Test zu kontrollieren, weil sie mit der Vermittlung des Unterrichtsstoffes vorankommen muss. 

Wo früher der Lernerfolg darin bestand, dass (auswendig) gelernte Wissen aufzusagen, definiert er sich heute darüber, dass bereits bestehende Wissen zu erweitern und auf neuartige Situationen anwenden zu können. In einer Welt, in der man durch Wikipedia jeder Zeit verfügbaren Zugriff auf Wissen ganzer Generationen hat, ist es nicht mehr lohnenswert, Wissen selbst zu besitzen. Es kommt vielmehr darauf an, dieses Wissen anzuwenden in einer sich ständig wandelnden Welt. Die Schöpfung basiert heutzutage auf Neugier, Aufgeschlossenheit, Empfänglichkeit für neues Wissen und der Fähigkeit, Verbindungen zwischen Ideen zu finden, die vorher womöglich nichts miteinander zu tun hatten. Mithilfe der Vorstellungskraft werden bereits bekannte Punkte zu etwas Neuen, Innovativen verbunden. Stichwort hierbei ist die „Versatilität“ oder auch „Vielseitigkeit“

„Versatilisten können fundierte Kenntnisse auf eine ständig wachsende Bandbreite von Situationen und Erfahrungen anwenden. Sie entwickeln dabei neue Kompetenzen, bauen Beziehungen auf und wechseln in neue Rollen.“²

Zusätzlich zu dieser Wandelbarkeit müssen junge Menschen heutzutage noch ganz andere Fähigkeiten besitzen, um in dieser Welt (erfolgreich) zu überleben. Dazu zählt die gemeinsame Arbeit mit anderen Menschen. In den seltensten Fällen entstehen Innovationen als Produkt einer individuellen isolierten Arbeit. Vielmehr sind sie Ergebnis von einem geteilten, vernetzten Wissen. 

Der Hauptpunkt dieser ganzen Betrachtungen ist folgender: Die Lehrpläne in Deutschland sind viel zu ausgedehnt, oberflächlich und überladen mit nicht unbedingt relevanten Inhalten. Solche Lehrpläne dominieren den Schulalltag und das, obwohl die Entwicklung von fundierten Kompetenzen, fortschrittlicher Pädagogik und damit auch die der Kinder behindern.

Die „4-K-Skills“ fördern hingegen unterschiedlichste Aspekte des Lernens. So betonen sie beispielsweise den konstruktivistischen Ansatz des Lernens und die darin enthaltenen Fähigkeiten der Recherche, Diskussion und Übernahme verschiedener Sichtweisen. Daneben bewirken sie auch eine Förderung der sozialen- bzw. Persönlichkeitsaspekte des Lernens. Schließlich wird Wissen oftmals sozial konstruiert. Weiterhin sprechen die „21st Century Skills“ die kreativen Aspekte des Lernens an. Sie dienen der Vermittlung von Wissen durch Machen im Sinne von Erschaffen bzw. Nachmachen. 

Die mit den Skills geförderte Transferleistung gilt als ideale Vorbereitung auf ein zukünftiges Leben. Bei einer Transferleistung kommt es zur Anwendung des Gelernten in einem anderen Kontext als dem bereits bekannten. Im Zuge dessen erfährt auch der Lerntransfer eine höhere Gewichtung. 

„Diese Perspektive definiert Lerntransfer neu als die produktive Nutzung von Fähigkeiten und Motivationen, um Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, in neuartigen Situationen der echten Welt zu lernen bzw. in Lernumgebungen, die reich an Ressourcen und damit viel näher an Herausforderungen des echten Lebens sind.“³

Diese Transferleistung wird den Schülerinnen und Schülern nur ermöglicht, wenn Lernumgebungen die aktive Rolle der Lernenden hervorheben, deren Selbststeuerung erhöhen, ihre Fähigkeiten zur Kommunikation und Reflexion anregen und für sie sozial bedeutsam sind.

Quellen:

[1] Dejan Mihajlovic: „Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken – mehr als Buzzwords“, unter: https://mihajlovicfreiburg.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/ (abgerufen am 29.09.2019).

[2] Charles Fadel, Maya Bialik, Bernie Trilling: Die vier Dimensionen in der Bildung. Was Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert lernen müssen, Hamburg (ZLL21) 2017, S. 3.

[3] Fadel, Bialik, Trilling: Die vier Dimensionen der Bildung, S. 123.

Digitales Kennenlernen mit Emojis & Co.

Smartphones gehören bei vielen Menschen zum alltäglichen Leben dazu – vor allem bei Jugendlichen. Gemeinsam mit unzähligen sozialen Medien bieten sie die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichsten Arten auszudrücken, mitzuteilen und darzustellen. 
Doch wir hinterlassen mit unseren Smartphones nicht nur Spuren im Netz. Auch unsere Screens an sich zeigen Muster der digitalen Kommunikation und Benutzung. 
Als Teil unserer digitalen Identität geben Smartphones also an so einigen Stellen Aufschluss über die Persönlichkeit
Aus diesem Grund bieten sie sich bestens für ein (digitales) Kennenlernen im schulischen Rahmen an. 

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Der Homescreen als Ausgangspunkt für Diskussionen und Vergleiche

Der Eine hat 1000 unbeantwortete E-Mails. Bei dem Anderen findet man drei Wetter-Apps auf dem Homescreen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Homescreen zu gestalten und den eigenen, persönlichen Wünschen sowie Anforderungen anzupassen. Aus diesem Grund kann er sehr viel Aufschluss über einen Menschen geben. 
Eine Möglichkeit, den Homescreen in den Unterricht zu integrieren, wäre, einen Screenshot davon über den Beamer zu zeigen und dann raten zu lassen, wem dieser zugeordnet werden kann. Dies bietet sich beispielsweise als Einstieg in eine Diskussion über die Verwendungsweisen von Smartphones an. 

Emojis als Persönlichkeitsindikatoren

Ähnlich wie bei den Homescreens könnte man auch bei den Emojis vorgehen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Zusammenhang zwischen den verwendeten Emojis und Charaktermerkmalen der betreffenden Person. 
Weiterhin wäre auch eine Art Horoskop mithilfe der zuletzt verwendeten Emojis denkbar beispielsweise ein Ferien-Horoskop. Dabei erstellen sich zwei Schüler*innen ein Horoskop für den/die jeweils anderen/andere anhand dessen/derer zuletzt verwendeter Emojis. Am Ende stellen sie sich die Horoskope gegenseitig vor. Möglich wäre auch eine Präsentation im Plenum. 

Eine ähnliche Vorgehensweise wäre auch mit den zuletzt verwendeten GIFs denkbar.

Hintergrund

Anlass für die Debatte rund um Emojis und Persönlichkeit ist eine Studie der Edge Hill University. Diese geht davon aus, dass Emojis als feste Bestandteile unserer digitalen Kommunikation zu betrachten sind. Sie helfen dem Leser zweideutige Nachrichten zu verstehen sowie eigene Emotionen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Aber jeder Benutzer verwendet und interpretiert diese Symbole auf eine ganz eigene Art und Weise.

Um dem möglichen Zusammenhang zwischen der Emoji-Benutzung und der Persönlichkeit auf die Schliche zu kommen, befragten die Forscher eine Gruppe von Studenten einerseits zu ihrer digitalen Kommunikation und andererseits bezüglich ihrer Persönlichkeit. 

Ergebnisse der Studie

Es stellte sich heraus, dass Menschen, die sich selbst als sozial und umgänglich einschätzten, eher dazu tendieren, Emojis zu verwenden. Den Grund dafür vermuten die Forscher darin, dass sich solche Menschen in der digitalen Welt quasi wohlfühlen und daher eher dazu geneigt sind, ihre Persönlichkeit durch Emojis auszudrücken.
Menschen, die sich dagegen weniger Gedanken darüber machen, wie sie auf andere wirken, tendieren eher dazu, traurige Emojis zu verwenden. Dieses Verhalten ist damit zu begründen, dass solche Menschen mehr damit beschäftigt sind beispielsweise ihre Traurigkeit auszudrücken, als sich darüber Gedanken zu machen, wie dies auf andere wirken könnte. 

Weiterhin fanden die Forscher heraus, dass in förmlichen Kontexten deutlich weniger Emojis benutzt werden als in sozialen Medien. 

Viele der Befragten sagten aus, dass Emojis ihnen helfen, zweideutige Nachrichten zu verstehen oder sich selbst auszudrücken. In diesem Zusammenhang wäre eine Anwendung von Emojis im Rahmen der Arbeit mit autistischen Menschen denkbar. 

 Außerdem wurden Menschen, die Emojis benutzten, häufig als sozial und umgänglich eingeschätzt.

Fazit

Die Studie zeigt also, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und den verwendeten Emojis besteht. Sie sind im weitesten Sinne ein Spiegel unserer Selbst. Deshalb ist es durchaus angebracht, Emojis in den Unterricht zu integrieren und über ihre Verwendung zu reflektieren

Instagram im Literaturunterricht

Instagram ist aus dem Alltag vieler Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Das soziale Netzwerk gehört für sie zum täglichen Leben dazu wie das Zähneputzen. Warum sollte man sich also diese Plattform und ihre zahlreichen Features nicht auch als Lehrer*innen zu Nutze machen?

Instagram als Kommunikationstool

Seit dem Jahre 2010 ist Instagram auf dem Markt. 2012 wurde die App schließlich von Facebook aufgekauft. Seither erfreut sich die Onlineplattform zunehmender Beliebtheit, vor allem bei jungen Menschen. Und nicht nur das, der Marktwert der App schoss rasant in die Höhe und wächst auch weiterhin an. Kein Wunder, denkt man an die zahlreichen Influencer, die auf Instagram für alle möglichen Marken werben und damit Millionen verdienen. 

Doch Instagram ist viel mehr als eine Dauerwerbesendung. Für die jungen Menschen von heute ist die Plattform eines der Hauptkommunikationsmittel. Der eigene Instagram-Account ist einerseits Ausdruck der Persönlichkeit und andererseits Anzeige der Gruppenzugehörigkeit. Dazu bietet die Onlineplattform auch zahlreiche Möglichkeiten. Mithilfe von Filtern, Bildunterschriften, Likes, Kommentaren, Stories und, und, und bewegen sich die Jugendlichen durch ein riesengroßes Fotoarchiv.  Jeder verwendete Smiley, jedes gepostetes Bild wird genauestens unter die Lupe genommen und bewertet. Die Anzahl von Likes, Kommentaren oder Abonennten ist nicht nur für Influencer und die, die es werden wollen, von großer Bedeutung. Auch viele Jugendliche messen daran ihren eigenen Wert, ihre eigene Beliebtheit. 

Instagram als Möglichkeit des visuellen Literaturzugangs

Auch für Schulzwecke kann die Nutzung von Instagram sehr lehrreich sein. Allen voran sind die Lernenden meist mit der App und ihrer Nutzung schon bestens vertraut. Das erleichtert die weitere Arbeit damit im Unterricht. Außerdem ist es wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Nutzungsgewohnheiten zu sprechen und zu reflektieren. Denn auch, wenn Instagram auf den ersten Blick sehr oberflächlich zu sein scheint, steckt oftmals doch noch viel mehr dahinter. 

Figurenaccount

Die Erstellung eines Figurenaccounts könnte beispielsweise im Rahmen von Lesetagebüchern verwendet werden. Dabei kann die Klasse verschiedene Instagram-Accounts erstellen, die dann aus der Sicht der Figuren betrieben werden. Somit wird beispielsweise der Protagonist oder die Protagonistin zum Leben erweckt. Sie oder er kann beispielsweise Bilder von Orten machen, in Stories ihren bzw. seinen Tagesablauf zeigen sowie über Kommentare und Bildunterschriften sich selbst ausdrücken. Das Gelesene wird mithilfe der Onlineplattform visualisiert. Texte und Bilder werden miteinander verknüpft. 

Figurenrede

Eine Steigerung bzw. Erweiterung des Figurenaccounts besteht darin, die Figuren über Instagram miteinander kommunizieren zu lassen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei jedoch recht hoch angesetzt. Doch es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern auch, sich in die Figur und in das Geschehen besser hineinzuversetzen. Auch die Motive einer Figur werden damit verdeutlicht.

Abschließende Bemerkung

Die Nutzung von sozialen Medien wird an vielen Schulen kontrovers diskutiert und ist sogar an einigen verboten. Die Bundesländer haben dazu sehr unterschiedliche Regelungen. Aus diesem Grund sollte man sich als Lehrperson vorher dahingehend informieren. 
Trotz allem bietet Instagram für die Verwendung im Literaturunterricht einige Chancen. So kann beispielsweise Wertschätzung für eine erbrachte Leistung ganz anders gezeigt werden in Form von Likes oder Kommentaren

Alternative Zugänge zur Lyrik

Viele Schülerinnen und Schüler quälen sich durch den Lyrikunterricht – verständlich. Diese ganzen stilistischen Mittel, die man sich merken muss. Das kann schon wirklich sehr nervig und anstrengend sein, vor allem, wenn man darauf so gar keine Lust hat. Und dann muss man sich auch noch das gefühlt zehnte Gedicht von Rilke durchlesen und irgendetwas hineininterpretieren, in der Hoffnung, dass der Lehrer das auch so sieht. 
Alleine, wenn man die obigen Zeilen liest, wird man schon demotiviert. Ein Grund mehr, sich als (künftige) Lehrperson über alternative Zugänge zur Lyrik zu informieren. Da seid Ihr hier genau richtig!

Rap im Unterricht

In unserer Gesellschaft wird Rap oftmals assoziiert mit gewalttätigen, drogendealenden Proleten in Gucciklamotten, sie sich gegenseitig anpöbeln. Zugegebenermaßen gibt es auch einige Deutschrapper, die genau dieses Bild absichtlich vermitteln wollen. Doch in diesem Sprechgesang steckt noch so vieles mehr als das.

Rap bietet generell eine schülerorientierte Zugangsvariante zum Thema Lyrik, denn er knüpft einerseits an die Erlebniswelt der Jugendlichen an und verbindet andererseits kognitive sowie emotionale Elemente miteinander. Aus diesem Grund ist er enorm ertragreich für den literarischen, kulturellen und fächerübergreifenden Deutschunterricht. Darüber hinaus bietet er Zugänge zu anderen literarischen Formen wie Parabeln oder Texterörterung.
Heutige Raptexte sind nicht nur auf die literarischen Grundthemen wie Liebe, Beziehung oder Identitätssuche beschränkt. Vielmehr weisen sie mehrdimensionale Themen auf wie beispielsweise Jugendarmut, Geldnot oder neue Medien. Diese Vielfalt an Themen erleichtert es den Schülerinnen und Schülern, emotionale Zugänge zu finden, welche sehr motivierend für den weiteren Verlauf des Unterrichts wirken. 
Der Sprechgesang ist vor allem in der heutigen Jugendkultur allgegenwärtig und entwickelt sich stets weiter. Im Deutschunterricht eröffnen sich dadurch ganz viele, neue Möglichkeiten. Auch Essays über die rhetorischen Umkreise eines Themas bzw. Motivs oder über die gesellschaftliche Entwicklung wären denkbar.

Schaut man sich die deutschen Charts an, liest man unter den Top 10 oftmals Namen wie Capital Bra, Samra oder Loredana. Doch vor allem diese Künstlerinnen und Künstler bzw. ihre Songs bieten nicht gerade die beste Grundlage für eine Integration in den Lyrikunterricht. Der Grund sind die in vielen gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texte. Mal ganz davon abgesehen, dass auch der ästhetische Anspruch nicht immer gegeben ist. Doch genau das hören sich die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit nun mal an, singen die Texte mit und übernehmen Passagen in ihren WhatsApp-Status. Dabei denken sie oft nicht darüber nach, was eigentlich hinter diesen Worten steckt. Ziel eines integrativen Deutschunterrichts sollte es jedoch sein, die Schülerinnen und Schüler für Sprache zu sensibilisieren. Deshalb sollte man als Lehrperson nicht vor solchen Texten zurückschrecken. Im Gegenteil, man sollte sie, an gegebener Stelle, in den Deutschunterricht integrieren und die Lernenden für die verwendeten Worte sowie deren Inhalt sensibilisieren. 

Quelle und weitere Infos zum Thema: 

https://bobblume.de/2014/03/17/rap-im-unterricht-wir-holn-zurueck-was-uns-gehoert/

 

 

DGI-Forum in Wittenberg: Künstliche Intelligenz in der Bildung

Nur noch knapp eine Woche, dann beginnt das DGI-Forum in Wittenberg, in diesem Jahr zum Thema ‚KI macht Schule‘. Zwar stehen auf der Schul-Agenda aktuell noch ganz andere Themen und KI ist weite Zukunftsmusik. Aber: Bereits heute verändern Algorithmen auch das Lernen, ohne das dies groß zur Kenntnis oder gar diskutiert wird. Am 17.09. werden auf dieser Veranstaltung zum exkusiv die Ergebnisse einer Online-Umfrage zu diesem Thema der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle Interessierten und Studierenden sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Vorankündigung: Deutschdidaktik im Dialog

Die Veranstaltungsreihe „Deutschdidaktik im Dialog“ wird auch im kommenden Wintersemester fortgesetzt.
Diesmal soll sich alles rund um das Thema „Darstellendes Spiel“ drehen. Dabei geht es vor allem um die Rolle von Theater und Theaterpädagogik in den Lehramtsstudiengängen im Fach „Deutsch“. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Ausprägung des Schwerpunktes „Darstellendes Spiel“ im Lehrplan Sachsen-Anhalts, verglichen zu anderen Bundesländern, sein. 

Hintergrund

Bereits seit vielen Jahren arbeiten an der MLU die Literatur- bzw. Sprachwissenschaft und die Theaterpädagogik im Rahmen der Lehramtsausbildung für das Fach „Deutsch“ eng zusammen.
So finden beispielsweise seit 2005 Theaterseminare in der Literaturwissenschaft statt. Theaterbesuchen werden thematisch an Literatur- oder Altgermanistikseminare gebunden und es werden regelmäßig Gesprächsrunden sowie Seminarbesuche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Halles Bühnen verranstaltet. 

Diese etablierte Kooperation bietet die Möglichkeit für einen weiteren, vertieften Austausch mit gegenseitigen Nutzen. Denn das „darstellende Spiel“ fördert neben theoretischen und theaterpädagogischen Aspekten auch die individuelle Persönlichkeitsentfaltung. Dieser Aspekt ist für das Lehramtsstudium Deutsch, aber vor allem für eine spätere Vermittlung im Deutschunterricht von großer Bedeutung. 

Leider stellt gerade Sachsen-Anhalt eine Ausnahme unter allen Bundesländern dar, was die Einbindung des „darstellenden Spiels“ in die Lehrpläne angeht. Aus diesem Grund möchten wir mit diesem Beitrag und auch mit der entsprechenden Veranstaltung auf „Defizite“ aufmerksam machen und eine perspektivische Änderung ansprechen.

Ländervergleich

In dem folgenden Abschnitt soll eine Art Vergleich der Bundesländer hinsichtlich der Stellung des „darstellenden Spiels“ erfolgen. Betrachtet werden dabei vor allem die Inhalte, Ziele und Kompetenzen sowie der Status des „darstellenden Spiels“ in den jeweiligen Rahmenrichtlinien. 

„Literatur und Theater“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium

Inhalte, Ziele, Kompetenzen: 

  • Schülerinnen und Schüler gewinnen speziellen Zugang zur Welt, lernen ästehtische Ausdrucksformen kennen
  • Perspektivübernahme
  • Teilnahme am kulturellen Leben auch außerhalb der Schule

Das Fach „Literatur und Theater“ stellt einen „Beitrag zur kulturellen Bildung als konstitutiven Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags“ dar

„Theater und Film“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziel, Kompetenzen:

  • Offenheit, Toleranz für fremde Welterfahrungen
  • Wissen über die Wirkung von Sprache, Körpersprache
  • Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen
  • Identitätsfindung, Persönlichkeitsbildung
  • Sach-, Gestaltungs-, Kommunikations-, Selbst-, Medienkompetenz

Das Fach „Theater und Film“ bietet einen „Modus der ästhetisch-expressiven Weltbegegnung“

„Theater“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium

Inhalte, Ziele, Kompetenzen: 

  • Präsentation vor Publikum
  • Gruppenarbeit
  • Kommunikation miteinander und mit dem Publikum
  • Demokratiefähigkeit, Toleranz

Das Unterrichtsfach „Theater“ bietet die „Chance, dass sich Kinder […] mit eigenen Handlungen, anderen Mitspielerinnen und Mitspielern, dem sozialen Umfeld wie auch Kunst, Musik, Literatur,Geschichte […] auseinandersetzen können.“.

„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  •  Kooperationsfähigkeit, Kreativität, sinnliches Wahrnehmen, ästhetisches Empfinden
  • Denken in Modellen, symbolische Zusammenhänge
  • Vertrauen, Akzeptanz, Umgang mit Gruppendynamiken, Kritik- und Urteilsfähigkeit
  • Medienkompetenz
„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • produktionsästhetische Ebene: Deutung, Reflektion von sich selbst und seiner Umwelt
  • rezeptionsästhetische Ebene: Teilhabe am gesellschaftliche, kulturellen Leben
  • wissenschaftspropädeutische Ebene: Thetergeschichte- und theorie, Denken in Modellen, symbolische Zusammenhänge
  • Handlungs-, Medienkompetenz
  • Kreativität, Kritik- und Urteilsfähigkeit, aktive Teilhabe am kulturellen Leben
„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • produktions- und rezeptionsästhetische Fähigkeiten
  • theoretisch-systematische, wissenschaftspropädeutische Fähigkeiten
  • Reflexion des Verständnisses von sich selbst und der Umwelt
  • Teilnahme am kulturellen Leben durch Wahrnehmungs-, Diskurs-, Beurteilungsfähigkeiten
  • Denken in Modellen, symbolische Zusammenhänge, problemlösendes Denken

Dieses Fach erfüllt „den besonderen Auftrag einer grundlegenden theatralen Bildung.“.

„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfach an allgemeinbildenden Schulen (schulart- und jahresübergreifend)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • Doppelcharakter: künstlerisch-ästhetische Erziehung, Lern- und Kommunikationsbereitschaft
  • Textverständnis, Interpretationsfähigkeit, literarisches Grundwissen, Leseinteresse, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Decodierfähigkeit

Das „darstellende Spiel“ bildet die „Balance zum kognitiven Bildungserwerb“.

„Darstellendes Spiel“ 

Status: Wahlpflichtfach in Sek. I, Unterrichtsfach in Sek. II

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • AG- und Projektbereich, methodisches Prinzip im Fachunterricht, eigenständiges Fach
„Literatur“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • Projektarbeit in den Bereichen Schreiben, Theater, Medien
„Darstellendes Spiel“

Status: Grundfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • theaterästhetische Bildung (produktions-, rezeptionsästhetisch, wirtschaftspropädeutisch)
  • Beitrag zur Medienerziehung
  • kulturelle Mündigkeit
  • problemlösendes Denken, Denken in Modellen, symbolische Zusammenhänge
„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfächer am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

Dieses Fach tritt als „ganzheitlich auf die Entwicklung der Persönlichkeit des Schülers/der Schülerin ausgerichtetes Unterrichtsangebot“ auf. „Es geht dabei um die Förderung der ästhetischen Bildung der Schüler/-innen und um die Erweiterung ihrer eigenen handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten.

„Theaterkonzepte 1-3“

Status: Wahlpflichtfach am Gymnasium (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • soziales Drama, episches- und dokumentarisches Theater
„Deutsch“

Status: Kernfach 

Inhalte, Ziele, Kompetenzen (bezogen auf gymnasiale Oberstufe):

  • Auseinandersetzung mit Texten unterschiedlicher medialer Form, Theaterinszenierungen
  • Theaterinszenierungen analysieren, Theaterkritiken sichten, erschließen, bewerten, selbst verfassen
„Darstellendes Spiel“

Status: Wahlpflichtfach an Gesamtschulen, Gymnasien (Oberstufe)

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • Sachkompetenz: jugendgemäße Theaterformen, überzeugende Ausdrucksmöglichkeiten
  • Methodenkompetenz: Transformation des alltäglichen Ausdrucks, Herstellung von Spielvorlagen
  • Selbstkompetenz: Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Identitätsfindung
  • Sozialkompetenz: Kommunikations-, Teamfähigkeit
„Darstellen und Gestalten“

Status: Wahlpflichtfach an Real- und Hauptschulen, Gymnasien

Inhalte, Ziele, Kompetenzen:

  • fächerintegrierend, handlungsorientiert
  • Darstellendes Spiel + Kunst + Musik

Programm/Anmeldung 33. Bundestagung Theaterpädagogik, Stipendien-Ausschreibung

Liebe Kolleg*innen,

es besteht die Möglichkeit zur Anmeldung unserer Bundestagung Theaterpädagogik im November in Kooperation mit den Bühnen Halle.

Die 33. Bundestagung Theaterpädagogik lotet unter dem Titel »Über den Horizont und weiter…« die Grenzbereiche der Künste in der Theaterpädagogik aus. Das gesamte Programm und weitere Informationen finden Sie hier oder im Anhang.

Studierende der Theaterpädagogik und deren Grenzbereiche aufgepasst, es werden 12 Stipendien vergeben (Bewerbungsfrist ist der 16.09.2019):

DU HAST LUST 

  • unter der Leitung von Lorenz Hippe (Autor u.a. von >>Und was kommt jetzt?<<, Regisseur, Theaterpädagoge) die Tagung in Form einer „performativen Schreibwerkstatt“ zu begleiten
  • auf einem mindestens dreistündigen Workshop mit Lorenz Hippe (hier werdet ihr auf eure Aufgaben gut vorbereitet)
  • an spannenden Workshops der Tagung teilzunehmen
  • kreativ im Team zu arbeiten
  • die Tagung mit deinem Blick zu bereichern

Das Stipendium umfasst: Kostenfreie Tagungsteilnahme, kostenfreie Unterbringung im Mehrbettzimmer sowie Fahrtkostenerstattung bis max. 100 Euro pro Person

BuT_Bundesgung2019
BuT_Bundesgung2019_Anmeldung
BuT_Bundesgung2019_Anmeldung (1) Ausschreibung_ Stipendien_33.BuTa_Halle
BuT_Bundesgung2019_ES